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Von Herne machte ich mich auf und ging am 21. März 2007 los, mein Ziel ist Santiago de Compostela.

 

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Nach über 3 Monaten zu Fuß quer durch Frankreich habe ich die letzte große französische Pilgerstation, Saint-Jean-Pied-de-Port, erreicht.

 

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Seitdem ich in Spanien auf dem Camino Francés bin, begegne ich immer mehr Pilgern und Pilgerinnen.

 

 

Spurensuche im Rheinland

Apollinariskirche in Remagen

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Von Oberbreisig nach Remagen waren es nur ein paar Kilometer rheinabwärts, wir stiegen auf den Apollinarisberg und besuchten die neugotische Wallfahrtskirche. Die Apollinariskirche liegt etwas oberhalb der Stadt und hat eine Jahrhunderte alte Geschichte. Schon die Römer beteten auf dem Heiligen Berg ihre Gottheiten an.

 

         

                   Blick auf das Rheintal                                        Blick auf Erpel

 

Von hier hatten wir eine herrliche Aussicht auf das romantische Rheintal und das am anderen Rheinufer liegende mittelalterliche Städtchen Erpel, zu Füßen des mächtigen Basaltfelsens  „Erpeler Lay“.

 

Apollinariskirche Remagen

 

Es ist kein Zufall, dass wir den Apollinarisberg aufgesucht hatten, denn auch hier wurde einst der Heilige Martin verehrt wie in der Stadt Linz. Seit Hunderten von Jahren eine große Pilgerstätte. Wir hofften auch Spuren von Jakobuspilgern zu finden. 

 

                               

                      Chorraum und Apsis                                       Hauptaltar

 

Im 6. Jahrhundert stand auf dem Berg eine fränkische Martinskapelle, sie wurde im 9. Jahrhundert durch eine romanische Kirche ersetzt. Und am Anfang des 12. Jahrhunderts wurde neben der Martinskirche ein Benediktinerkloster der Abtei Siegburg gegründet.

 

Zum Ende des 14. Jahrhundert wurde der Heilige Apollinaris verehrt, der Beginn der Apollinariswallfahrt. Seit dieser Zeit wurden Berg und die Kirche umbenannt, so liegen die Reliquien und der Sarkophag des Heiligen in der Krypta der Kirche.   

 

In einer Legende heißt es, dass im Jahr 1164 der damalige Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel, auch Reichskanzler von Friedrich Barbarossa, Reliquien nach Köln bringen wollte. Zwei Jahre zuvor, 1162, eroberte und zerstörte der Kaiser Friedrich I. Barbarossa die Stadt Mailand in der Lombardei. Seinem Kanzler übertrug er die aufgefundenen Reliquien der Heiligen Dreikönige und die des Heiligen Apollinaris.

 

Der Kölner Erzbischof Rainald von Dassel brachte die wertvollen Reliquien über die Alpen zum Rhein. Die Fahrt ging weiter rheinabwärts Richtung Köln. Doch bei Remagen ging es plötzlich nicht mehr weiter, das Schiff blieb liegen – es steckte fest. Die heilige Fracht wurde von der Mannschaft von Bord getragen, auch da rührte sich noch nichts. Erst als die Reliquien des Hl. Apollinaris von Bord waren, setzte sich das Schiff wieder in Bewegung. Für die Remagener Bürger ein himmlisches Zeichen, so blieben die Gebeine des Hl. Apollinaris in Remagen und wurden in der Martinskapelle auf dem Martinsberg bei Remagen beigesetzt. Fortan hieß der Wallfahrtsort Apollinariskirche und Apollinarisberg. Die Gebeine der Heiligen Dreikönige kamen nach Köln und liegen im goldenen Schrein im Kölner Dom.

 

                                   

                                         Sarkophag des Heiligen Apollinaris

 

Durch Streit, Kriege und den Einzug der Franzosen wechselten die Reliquien aus Sicherheitsgründen und zum Schutz vor Zerstörung ihren Standort und kamen auf Wunsch der Remagener Bürger am 23. Juli 1857, nach Fertigstellung der jetzigen neugotischen Kirche, auf den Berg zurück. Graf von Fürstenberg-Stammheim, der Erbauer der Kirche, holte die Franziskaner nach Remagen, sie blieben bis Ende 2006. Von nun an übernimmt die „Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe“ die Wallfahrt. In Anbindung der alten Tradition des „Aufsetzens des Hauptes“ findet jährlich Ende Juli die zweiwöchige Wallfahrt statt.

 

    

     Hl. Thérèse von Lisieux - „Nach meinem Tod werde ich Rosen regnen lassen“

 

Der Architekt der neugotischen Apollinariskirche war kein Geringerer als Ernst Friedrich Zwirner, der auch den Kölner Dom fertig baute. Mit ihren großen Wandflächen wurde das Innere der Kirche zu einem Gesamtkunstwerk von der Düsseldorfer Künstlergruppe der „Nazarener“ in Freskotechnik ausgemalt.

 

           

             Christusbild in der Altarapsis                                  Wandgemälde

 

Themenschwerpunkte waren das Leben Christi, seiner Mutter Maria und des Heiligen Apollinaris. Die religiösen Wandgemälde zeigen in beeindruckender Weise Deutsche Kunst und Kulturgeschichte. Erhalten wird dieser denkmalgeschützte Wallfahrtsort durch verschiedene Stiftungen.

 

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Mittwoch, 29. April 2009 

 

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Remagen

Wallfahrtskirche
St. Apollinaris
Stadt: 53424 Remagen

Landkreis: Ahrweiler
Bundesland: Rheinland-Pfalz

 

          St. Apollinaris