www.via-jakobsweg.de © 2009 • Bernd Koldewey • 44629 Herne (D)  

Mein Jakobsweg

Von Herne bis nach

Santiago de Compostela

 

Deutschland »

Von Herne machte ich mich auf und ging am 21. März 2007 los, mein Ziel ist Santiago de Compostela.

 

Frankreich »

Nach über 3 Monaten zu Fuß quer durch Frankreich habe ich die letzte große französische Pilgerstation, Saint-Jean-Pied-de-Port, erreicht.

 

Spanien »

Seitdem ich in Spanien auf dem Camino Francés bin, begegne ich immer mehr Pilgern und Pilgerinnen.

 

 

Bonn und der Kreuzberg

Wallfahrtsstätte am Pilgerweg

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Unsere heutige Exkursion führt uns zum Bonner-Kreuzberg, einer besonderen Wallfahrtsstätte, die auch Jakobspilger genutzt haben könnten. Die barocke Kreuzkirche und die Heilige Stiege erinnern uns an den Leidensweg von Jesus Christus.

 

         

                Poppelsdorfer Allee                                 Poppelsdorfer Schloss

 

Aus der Bonner-Innenstadt geht man zu Fuß über die Poppelsdorfer Allee zum gleichnamigen  Schloss und weiter nach Poppelsdorf. Das wunderschöne Schloss liegt im bezaubernden botanischen Garten. Von Poppelsdorf aus geht es weiter Richtung Ippendorf. Hier stoßen wir auf den Wallfahrtsweg und auf den Stationsweg, der uns auf den Kreuzberg hinauf führt.

 

         

                         Viele Wallfahrtswege führen auf den Kreuzberg hinauf

 

Schon im Jahr 1429 pilgerten 50.000 gläubige Christen am Tag des Heiligen Antonius auf den Bonner Kreuzberg. Es ist eine mystische Wallfahrtsstätte. Hier beteten die Pilger und suchten Hilfe und Trost in den schweren, von Seuchen heimgesuchten Zeiten des Mittelalters.

 

         

   Kreuzwegstation mit großen Figuren von Maria und Johannes unter dem Kreuz

 

Das Heilige Kreuz

 

Seit Beginn des 15. Jahrhundert wurde auf dem Kreuzberg, einer Wallfahrtsstätte, ein heiliges Kreuz verehrt. Im Jahr 1627 ließ Erzbischof Ferdinand in der Nähe, wo einst das Kreuz stand, eine barocke Kirche erbauen. Und 1746 stiftete der Kurfürst von Köln, Clemens August, die Heilige Stiege. 

 

                                    

              Kreuzbergkiche (Anbau)                                    Die Heilige Stiege

 

Die Heilige Stiege

 

Der prunkvolle barocke Anbau, die „Heilige Stiege“, ist mit ihren 28 Stufen eine Nachbildung der römischen „Scala Santa“. Erbaut von Balthasar Neumann, einen der bedeutendsten Barockbaumeister des 18. Jahrhunderts. Die Heiligen Treppen symbolisieren den Leidensweg Christi. Er stieg einst in Jerusalem die Stufen des Palastes von Pontius Pilatus hinauf, dort wurde er verhört und verurteilt, und das Martyrium nahm seinen Lauf. Nach einer Legende brachte die römische Kaiserin Helena die heilige Stiege von Jerusalem nach Rom. Jedes Jahr besuchen viele Gläubige und Pilger die Kreuzkirche, besonders in der Karwoche.

 

         

                                    Anbau der Heiligen Stiege von 1751

 

Mittelalter und Frömmigkeit

 

Im Mittelalter nahm die Frömmigkeit der Bevölkerung stark zu – sei es aus Angst vor Verfolgungen (Hexenverfolgung) oder durch die Folgen von Pest und Seuche. Wie überall im Reich, wurde auch Bonn mehrmals vom schwarzen Tod, der Pest, heimgesucht. Eine todbringende Krankheit, die sich in den Städten und über das weite Land verbreitete. Die Folgen waren verheerend, in den Dörfern und Städten starben Tausende von Menschen. Das Land konnte nicht mehr bewirtschaftet werden und die Bewohner hungerten. Fast jedes Mal machte man die Juden verantwortlich – z. B. dachte man irrtümlich, sie hätten das Wasser der Brunnen vergiftet. In dieser Not dachten alle, an das Jüngste Gericht und baten Gott, Jesus Christus sowie den Schutzheiligen St. Antonius um Hilfe.

  

Bonn hatte im Mittelalter einen Mauerring, eine Stadtbefestigung mit vielen Türmen. In den Stadtmauern lebten einst über 1.000 Menschen vom Handwerk und Handel.

 

Aus der Stiftssiedlung (Villa Basilica“) um das Münster entwickelte Bonn sich immer mehr zur Stadt und schloss sich mit anderen Städten am Rhein zum Mittelrheinischen Städtebund (1302) zusammen.

 

                                  

         Poppelsdorfer Friedhof                              Steinkreuz aus dem Mittelalter

 

Kreuzzüge

 

Im Jahre 1095 rief Papst Urban II. zum ersten großen Kreuzzug auf. Auch aus dem Rheinland machten sich Ritter, Krieger, Abenteurer, Bauern und einfache Menschen auf den beschwerlichen Weg, um Jerusalem von den angeblichen „Ungläubigen“ und „Feinden Gottes“ zu befreien. Von den über eine Million Menschen, die im Namen des Kreuzes unterwegs waren, kehrten nur die wenigsten in ihre Heimat zurück.

 

                                    

      Peter der Einsiedler (1270)                                  Ritter Arnold von Harff

 

Einer der wenigen Rückkehrer war auch der fromme Mönch und Einsiedler Peter von Amiens. Er ritt mit einem Esel und Holzkreuz auf der Schulter ins „Heilige Land“. Später gründete er das Kloster Neufmoutier bei Huy, wo er am 8. Juli 1115 starb. Auch der Ritter Arnold von Harff aus dem niederrheinischen Grevenbroich machte sich auf dem Weg. Von 1496 bis 1498 führte ihn seine Reise von Köln nach Rom. Er reiste weiter nach Jerusalem und später nach Santiago de Compostela. Seine abenteuerlichen Erlebnisse hielt er in seinem Tagebuch fest.

 

Mehr zum Ritter, Pilger und Dichter Arnold von Harff erfahren Sie im Artikel von Rüdiger Schneider „Die Reise des Arnold von Harff“.

 

Fast 200 Jahre kämpfte man im Namen der Christenheit, in sieben Kreuzzügen, für die Befreiung Jerusalems - vergebens. Die Kirche reformierte sich ständig. Es wurden neue Ordensklöster gegründet und die Frömmigkeit nahm wieder zu.

 

         

                Die Kreuzbergkirche                      Blick auf den Kreuzberg mit Kirche

 

Damals wie heute sind die Stadt Bonn und der Kreuzberg ein wichtiger Knotenpunkt für Pilger- und Wallfahrer. Genau wie die Städte Köln, Aachen und Trier kreuzen sich hier mehrere Jakobswege, die nach Aachen oder nach Trier führen. 

 

Panoramablick über Bonn

 

Der Aufstieg auf den Kreuzberg mit seinem besonderen Panorama über Bonn ist sehr zu empfehlen, insbesondere der Besuch der Kreuzkirche und der Heiligen Stiege. 

 

    

                                               Blick auf die Stadt Bonn 

 

Von hier oben genießt man einen herrlichen Ausblick über Bonn und nach Norden hin erkennt man in der Ferne den Kölner Dom.

 

         

                    Marterkapelle                                Pilger auf dem Weg nach Bonn

 

Den „Abstieg“ kann man über die Kapellenstraße – einer der vier Wege auf den Kreuzberg – nehmen, hinunter zur Marterkapelle. Nach der Legende wurden Cassius und Florentius, die Stadtpatrone Bonns, hier hingerichtet.

 

Bücher zum Thema Jakobsweg »»»

 

Mehr zum Thema: Artikel von Rüdiger Schneider "Die Kreuzbergkirche in Bonn"

 

Freitag, 13. März 2009

 

Aktuelle Beiträge  Deutschland  Frankreich  Spanien  Spurensuche
Videos Bücher  Kontakt  Datenschutz  Impressum Home

 

© via-jakobsweg.de 

 

 

 

Bücher zum Jakobsweg

Unter dieser Rubrik finden Sie einige meiner Bücher... »»»

 

Der Glockenturm der Kreuzbergkirche

 

            Kreuzstation

 

  Kleine Kapelle und Kirche

 

              Kreuzaltar

 

 Barockgewölbe der Kirche

 

           Innenansicht

 

               Hauptaltar

 

St. Sebastian und St. Rochus

 

      St. Maria Magdalena

 

             Marienbild

 

     Die Freundeskapelle

 

    Bildstock am Kreuzweg

 

Kapellenweg