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Mein Jakobsweg

Von Herne bis nach

Santiago de Compostela

 

Deutschland »

Von Herne machte ich mich auf und ging am 21. März 2007 los, mein Ziel ist Santiago de Compostela.

 

Frankreich »

Nach über 3 Monaten zu Fuß quer durch Frankreich habe ich die letzte große französische Pilgerstation, Saint-Jean-Pied-de-Port, erreicht.

 

Spanien »

Seitdem ich in Spanien auf dem Camino Francés bin, begegne ich immer mehr Pilgern und Pilgerinnen.

 

Jakobusspuren im Sauerland

Breckerfeld, das Tor zum Sauerland

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Die beschauliche kleine Ortschaft Breckerfeld ist das Tor zum Sauerland, sie liegt eingebettet in einer hügeligen Landschaft des Ennepe-Ruhr-Kreises, an der Grenze zum Märkischen Sauerland. Auch ein Jakobsweg führt mitten durch den Ortskern hindurch, es ist eine alte Handelsroute, die die Kaufleute und Pilger früher nach Frankfurt oder nach Köln führte.  

 

       

Ansicht auf Breckerfeld mit Blick auf die katholische Jakobus-Kirche

 

Hier auf den Breckerfelder Höhen, mit dem Wengeberg (442m), die höchste Erhebung des Ruhrgebiets, verläuft die alte Frankfurter Straße aus Hagen kommend, über Breckerfeld in Richtung Halver, Kierspe und Meinerzhagen bis nach Frankfurt. Links und rechts der alten Handelstraße, mitten im alten historischen Ortskern von Breckerfeld, befinden sich die beiden Kirchen. Für Jakobuspilger eine wahre Freude, „Jakobus im Doppelpack“, denn die beiden Gotteshäuser, die evangelische sowie auch die katholische, sind dem hl. Jakobus geweiht.  

 

Jakobspilger kommen hier voll auf ihre Kosten, zunächst findet man den Schutzpatron der Pilger, den Apostel „Jakobus der Ältere“, in der älteren evangelischen Jakobus-Kirche, eine gotische Basilika aus dem Jahre 1390/1430. Sie steht an gleicher Stelle einer romanischen Hallenkirche aus dem 13. Jahrhundert.

 

        

           Katholische Jakobus-Kirche                     Evangelische Jakobus-Kirche

 

Der hl. Jakobus befindet sich zusammen mit Maria und Jesuskind im Arm sowie dem hl. Christopherus in der Mitte eines reich verzierten Schnitzaltars. Das aus Eiche hergestellte Meisterwerk (Künstler unbekannt) stammte vermutlich aus dem 16. Jahrhundert. In seiner ursprünglichen Form waren die Tafelmalereien, Skulpturen und Reliefs des Flügelretabels aus Eichenholz, mit verschiedensten Farben dargestellt. Der Apostel Jakobus wird als Pilger mit Hut, Muschel, Stab und Buch dargestellt. Des Weiteren befindet sich in der Kirche, nur zur Messe und zu besonderen Anlässen herausgeholt, ein besonders gut erhaltenes gotisches Kruzifix aus Holz. Auch eine der drei alten Glocken im Kirchturm, die größte unter ihnen aus dem Jahr 1558, ist Jakobus geweiht. Die lateinische Inschrift lautet übersetzt: „Ruhmvoller Schutzherr! Unseres Heiles Beistand, löse unsere Fesseln auf, damit wir würdig unsere Klänge geben können.“ 

 

    

        Der mittelalterliche Flügelschnitzaltar von Breckerfeld mit Jakobusrelief

 

Die katholische St. Jakobus-Kirche in Breckerfeld befindet sich auf der anderen Seite der Frankfurter Straße. Sie wurde nach dem Stadtbrand im Jahre 1728 und nach der Reformation wieder neu aufgebaut und seit 1845 ist sie katholisch. Die etwas schlicht gehaltene katholische Kirche mit einer schönen mittelalterlichen Pietà zeigt den hl. Jakobus (Bronzeskulptur) im Außenbereich über dem Kirchenportal. In der Nähe der beiden Kirchen, ebenfalls an der Frankfurter Straße, befindet sich der mit Muscheln verzierte Jakobusbrunnen mit Jakobusskulptur aus Bronze. 

 

                 

               Reliefdetail                               Kruzifix                        Detailansicht

 

Im späten Mittelalter, in der so genannten Blütezeit der Stadt, hatte die alte Hansestadt Breckerfeld, die dem westfälischen Hansebund angeschlossen war, wirtschaftlichen Erfolg. Kaufleute und Händler tummelten sich in der Kleinstadt, geschützt von einer wehrhaften Stadtmauer boten sie hier ihre Waren an. Aber auch ortsansässige Handwerker boten ihre eigenen Produkte an, wie z.B. die Herstellung von Stahl- und Stahlwaren. Mit den bekannten Sporen, Schlössern, Klingen und Messern („Breckerfelder Kurzdolch“) wurde ein reger Handel betrieben. Breckerfelder Kaufleute brachten die Waren per Ochsen und Pferdekarren in die Handelszentren nach Dortmund oder Köln. Als wichtiger Knotenpunkt in der Grafschaft Mark und an der Grenze zum Herzogtum Berg gab es immer wieder Gebietsstreitigkeiten. Im Jahre 1396 wurden der befestigten Stadt die Stadtrechte verliehen. Im Laufe der Zeit wurde Breckerfeld von mehreren verheerenden Bränden heimgesucht, die den alten Stadtkern öfters verwüsteten.      

 

       

         Jakobusbrunnen in Breckerfeld                  Muschelsymbol am Brunnen

 

Aus der Geschichte der alten Hansestadt Breckerfeld kann man wohl von ausgehen, dass auch Jakobspilger die Handelsrouten nutzten. Mit den beiden Jakobskirchen ist die beschauliche Stadt Breckerfeld eine wichtige und schöne Station auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Pilger, die aus Dortmund kommen, können heute den westfälischen Jakobsweg über Herdecke und Hagen-Haspe gehen, dieser führt sie dann über landschaftliche reizvolle Höhenwege nach Breckerfeld. Der als Alternativroute gekennzeichnete Jakobsweg führt die Pilger durch Breckerfeld, weiter auf einer schönen 23 km lange Strecke über Wiesen, an Laubwäldern, Bachtälern und an Talsperren vorbei, nach Lennep. Hier trifft er die so genannte Hauptroute wieder, die von Wuppertal-Beyenburg kommt und nach Köln und Aachen führt.    

 

                          

             Kirchenführung mit Herrn Besler   Frau Pfingsten mit Jakobsmuschel

 

Ich hatte Glück bei meinem Besuch in Breckerfeld, mit Hilfe des ehemaligen Vorsitzenden und Vereinsmitgliedes der Jakobusfreunde Breckerfeld e.V., Herrn Karl-Heinz Besler, konnte ich beide Kirchen auch von innen besichtigen. Er gab mir im Namen des Vereins und Vorsitzenden, Herrn Bernd Koch, viele Informationen über den Jakobsweg durch Breckerfeld. An dieser Stelle möchte ich mich bei dem Verein „Jakobusfreunde Breckerfeld e.V.“ für die freundliche Unterstützung bedanken. Informationen über den Jakobsweg über Breckerfeld finden Sie auf der Vereinsseite www.jakobusfreunde-breckerfeld.de. Ein Dankeschön geht auch an Frau Pfingsten, sie betreibt zusammen mit ihrem Ehemann, Paul-Gerhard Pfingsten, das traditionsreiche „Cafe Pfingsten“, gleich neben der  katholischen St. Jakobus-Kirche an der Frankfurter Straße. Sie schenkte mir spontan eine Jakobsmuschel aus Marzipan, eine leckere Delikatesse und Spezialität des Hauses.

 

 

Weitere Informationen:

 

Das Sauerland -

Städte und Orte am Jakobsweg

 

 

Herne, April 2012

 

Jakobswege Sauerland:

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Jakobusrelief im Detail

 

 

 

Jakobusskulptur

 

Brunnenskulptur

 

Kath. St. Jakobus-Kirche

 

Jakobusglocke

 

Jakobsmuscheln

(Bodenfliesen)