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Spurensuche Rheinland:

Buschhoven – Die geheimnisvolle Rose am Jakobsweg

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Nur wenige Kilometer westlich von Bonn liegt am Rande von Ville und Kottenforst das beschauliche Buschhoven. Dieser historische Ort gehört zur Gemeinde Swisttal und ist ein bekannter Wallfahrtsort auf dem Jakobsweg.

 

Legende der „Rosa Mystica“                

 

Seit 1806 wird in Buschhoven die Marienstatue „Rosa Mystica“ verehrt. Die überlieferte Legende erzählt vom frommen Ritter Wilhelm von Buschfeld, Herr zu Bornheim.

 

      

    Ritter Schilling                Wallfahrtskirche St. Katharina             "Rosa Mystica"

 

Es heißt, dass der fromme Ritter Wilhelm, auch Schilling genannt, einst auf der Jagd in seinem Wald bei Buschhoven war. Sein Hund, der die Beute aufspüren sollte, blieb bellend vor einem Gebüsch stehen. Der Ritter fand nicht sein geschossenes Wild vor, sondern eine Marienfigur, die versteckt im Rosenbusch lag.

 

Kurz entschlossen nahm er sie mit auf sein Rittergut bei Bornheim. Es war für ihn ein himmlisches Zeichen. Einen Tag später, bei der morgendlichen Andacht, war die Marienfigur verschwunden.

                      
Er ritt zurück zum Rosenbusch und fand sie an gleicher Stelle vor, wo er sie gefunden hatte. So ließ er dort aus der Tiefe seines Glaubens eine Kapelle und später ein Kloster bauen. Aus religiöser Dankbarkeit unternahm er eine Pilgerreise ins Heilige Land und brachte aus Jerusalem viele Reliquien mit.

 

         

     Innenansicht - "Rosa Mystica"                       Hauptaltar in St. Katharina

 

Lange Zeit war das Kloster „Schillingskapellen“ in der Nähe der Gemeinde Dünstekoven ein Wallfahrtsort und zugleich ein alter Standort der Marienfigur „Rosa Mystica“. Die frommen Pilger besuchten in Scharen die Heilige Stätte und verehrten das Abbild der Mutter Gottes. Das Kloster lag am alten Pilgerweg, der von Trier nach Köln und Aachen führte. Es wurde noch bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts als Stift der Augustiner-Chorfrauen betrieben. Heute ist es als „Gut Capellen“ bekannt und befindet sich in Privatbesitz.

 

Die romanische Marienfigur aus dem 12. Jahrhundert kam nach Auflösung des Klosters im Jahr 1803 nach Buschhoven und fand in der neuen Pfarrgemeinde ihren Platz. Heute befindet sie sich hinter Glas und kann in der Wallfahrtskirche St. Katharina bewundert und verehrt werden. Jedes Jahr findet im Juni in der kath. Kirchengemeinde St. Katharina das Rosenfest (22. Juni 2009) statt. Feierlich trägt man eine Kopie des Gnadenbildes in einer mit Rosen geschmückten Pilgerprozession durch das schöne Dorf. 

 

         

 Kirche St. Katharina und Burgweiher                      Ev. Kirche Buschhoven

 

Buschhoven hat eine reiche 2000jährige Geschichte. Dieser historische Ort liegt an einer alten römischen Kultlinie der Matronenverehrungen (Muttergottheiten). Hier fand man in einer Linie zwischen Bonn und Nettersheim viele Toten-Gedenkstätten wie z.B. das Matronenheiligtum auf der Görresburg. Buschhoven liegt auch auf dem historischen Jakobsweg, eine Muschel aus Basalt findet man an den Gemäuern der evangelischen Kirche, der Versöhnungskirche.

 

         

           Kapelle Buschhoven                                 Kapelle am Römerkanalweg

 

Am nördlichen Ortsausgang, nach der Überquerung der B56, stößt man auf den Pilgerweg. Hier steht auf der Anhöhe das „Kapellchen“ mit wunderbarer Aussicht über die fruchtbare Ebene bis hin zur Eifel.  An der Marienkapelle zweigen mehrere Wanderwege ab. Einer führt am ehemaligen Kloster „Schillingskapellen“ vorbei nach Swisttal und weiter nach Weilerswist oder Euskirchen. Und der andere auf den alten Römerkanal-Wanderweg Richtung Bonn zum „Eisernen Mann“, einer mystischen Eisenstele mitten im Wald.

 

Das Tal der Swist und der Römerkanalweg

 

Das Tal der Swist liegt in einer fruchtbaren rheinischen Ebene, der Zülpicher Börde. Die Lössebene liegt zwischen Eifel und Ville, am Nordrand der Eifel. Hier lagerte sich seit der letzten Eiszeit die fruchtbare Braunerde aus Ton, Quarz und vor allem aus Kalk ab.

 

                                    

          Römerkanal                                                           Auf Römerspuren

 

Schon seit der Römerzeit nutzte man dieses Tal und baute Getreide, Obst- und Gemüse an. Einst transportierte die ehemalige römische Wasserleitung, der „Römerkanal“, das trinkbare Eifelwasser von Nettersheim nach Köln. Sie durchquerte viele kleine Dörfer wie Rheinbach, Meckenheim, Lüftelberg und Buschhoven, bis sie schließlich über Walberberg, Fischenich, Kendenich, Hürth und Efferen nach Köln kam.

 

           

     Feldweg durch das Swisttal                           Panoramaweg bei Buschhoven

 

Viele dieser beschaulichen und mittelalterlichen Dörfer lagen an den Flüssen Urft, Swist und Erft. Deren Quellen liegen in der nördlichen Eifel im Ahrgebirge. Riesige dichte Mischwälder mit idyllischen Bächen durchzogen das Land und wurden von den Menschen seit 2000 Jahren besiedelbar gemacht. Übrig blieben die Ville und der Kottenforst, ein riesiger Naturpark zwischen der Eifel und dem Rhein.

 

         

 Hinweisstein zum "Eisernen Mann"               Waldweg durch den Kottenforst

 

Unzählige Wasserschlösser und Burgen liegen zwischen den Rheinprovinzen Köln und Bonn, sie sind Zeitzeugnis einer großen historischen Vergangenheit. Sehenswert und eindrucksvoll sind die Besichtigungen von Klöstern, Kirchen und kleine Kapellen. Für uns eine schöne Verbindung zwischen Glauben und Kultur auf den Spuren der Jakobswege.

 

Bücher zum Thema Jakobsweg »»»

 

Mehr zum Thema: Artikel von Rüdiger Schneider
„Auf den Spuren der ‘Rosa Mystica’ nach Buschhoven“

 

Weitere Informationen über Buschhoven:

www.buschhoven-info.de

 

Montag, 6. April 2009

 

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Bücher zum Jakobsweg

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          Gedenkkerze

 

  Reliquien in St. Katharina

 

           Andachtsstätte

 

    Ev. Versöhnungskirche

 

 Jakobsmuschel aus Basalt

 

Stele mit Kreuz und Muschel

 

      Rast am Jakobsweg

 

     Alter Markierungsstein

 

       Der "Eiserne Mann"