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Von Herne machte ich mich auf und ging am 21. März 2007 los, mein Ziel ist Santiago de Compostela.

 

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Nach über 3 Monaten zu Fuß quer durch Frankreich habe ich die letzte große französische Pilgerstation, Saint-Jean-Pied-de-Port, erreicht.

 

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Seitdem ich in Spanien auf dem Camino Francés bin, begegne ich immer mehr Pilgern und Pilgerinnen.

 

Spurensuche in der Eifel V

Durch grüne Täler und wilde Schluchten bis zur Mosel

Von Monreal bis nach Cochem

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Der zweite Tag der Eifelexkursion brachte uns von Monreal zum Weiler Heunenhof nach Kaisersesch und weiter ins Martental zum gleichnamigen Kloster "Maria Martental". Ein Wanderweg führte uns weiter durch das wilde Endertbachtal mit seinen bizarren Felsen und Schluchten bis zur Mosel.

 

         

              Unser Zeltlager am Elzbach                          Der erste Kaffee am Morgen

 

Nach der Übernachtung am Elzbach bei Monreal, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, geht es heute weiter Richtung Mosel. Früh am Morgen, es wurde gerade hell, schlich sich vom Hang gegenüber ein Fuchs auf das Zelt zu. Er war auf dem Weg zum Bach und spürte zwei Pilger auf, knurrend und mit merkwürdigen Lauten schlich er ums Zelt herum. Etwas vorsichtig und noch nicht ganz munter öffnete ich das Vorzelt und sicherte unser Frühstück. Wurst, Käse und Brot, alles war noch da. Von meinen Geräuschen aufgeschreckt suchte er mit viel Geheul das Weite. Rüdiger nahm dies nur im Halbschlaf wahr und drehte sich kurz auf die andere Seite. Bis auf das angenehme Vogelgezwitscher wurde es wieder recht still und ich legte mich noch einmal hin. Ein paar Stunden später bemerkte ich den kräftigen Duft von Kaffee, den Rüdiger schon aufgesetzt hatte - dieser Duft lockt jeden Pilger aus dem Zelt, ein Ritual den sich keiner entziehen kann.

 

         

                    Elzbach bei Monreal                      Kleine Kapelle inmitten von Brennnesseln

 

Recht frisch war es am Morgen, die Schafskälte, wie es im Volksmund heißt, legte sich übers Tal. Es war bewölkt, regnete aber nicht, ein idealer Wandertag begann. Nach dem gemeinsamen Frühstück packten wir alles zusammen und verließen unseren Schlafplatz. Wie es sich für Pilger gehört, die wild zelten, sauber und ohne eine Spur zu hinterlassen. Denn offiziell ist ja das wilde Campen in Deutschland und in weiten Teilen Europas verboten. Doch nach unseren Erfahrungen in  Deutschland und Frankreich und für mich auch durch Spanien zeigte es sich uns, dass man bei Pilgern, die eine Nacht bleiben, eine Ausnahme macht – bisher wurde es stets toleriert.

 

         

      Wanderweg an der Trasse der Eifelbahn                      Rast am Wegesrand 

 

Wir kamen nun an der Augstmühle vorbei, hier folgten wir einem anderen Bachlauf und der Trasse der Eifelquerbahn. Halbstündig fahren die Züge mit Gepfeife auf der eingleisigen Strecke zwischen Andernach und Gerolstein hin und her. In einem Nebental ("Thürelztal") der Elz ging es für einige Kilometer auf gut ausgebauten Wanderwegen weiter bis zum Weiler Heunenhof. Dieses kleine idyllische Fleckchen liegt ca. 4 km südwestlich von Monreal entfernt und befindet sich auf dem Jakobsweg nach Kaisersesch. Eine kleine Marienkapelle mit Jakobsfigur bestätigt dieses. Ein Paradies inmitten grüner Wiesen und Wälder sowie des kleinen Bächleins „Thürelz“. Der schöne Weiler, der am gleichnamigen Bergrücken "Heunen" liegt, ist ein idealer Ort um zu Verweilen - so legten wir unsere erste Rast gegenüber der kleinen Kapelle ein.

 

   

            Jakobsfigur                          Kapelle/Heunenhof                      Pilgerpfad

 

Urkundlich wird die alte Siedlung mit ihren acht Gehöften, wahrscheinlich damals ein einzelner Hof, seit 1331 erwähnt. Die kleine Kapelle stammt aus dem Jahr 1495. So führt der Jakobsweg schon seit langer Zeit durch den Heunenhof, auf dem Weg nach Kaisersesch. Eine Basaltstele mit Hinweisen des historischen Standortes wurde mit Unterstützung der St. Matthias-Bruderschaft Trier aufgestellt.

 

         

                   Heunenhof: Gespräch mit einem Anwohner und das besagte Anwesen 

 

Ein Anwohner, der gegenüber der Kapelle wohnt, begrüßte uns und wir kamen ins Gespräch. Er erzählte uns, dass hier regelmäßig Pilger vorbei kommen und die Jakobsfigur bewundern. Des Weiteren wurden einige Häuser mit Scheunen verkauft. Zu unserem Erstaunen für kleines Geld. 

 

Lesen Sie mehr im Artikel von Rüdiger Schneider  ”Traum eines Jakobspilgers”.

 

Nach der Pause wanderten wir weiter der Eisenbahntrasse nach und erreichten die Ortschaft Urmersbach. Nach einigen weiteren Kilometern durch ein Waldgebiet erreichten wir die Stadt Kaisersesch. Die einst von den Römern gegründete Siedlung wurde erstmals im 11. Jahrhundert als "Esch" erwähnt und erhielt Stadtrechte im Jahr 1321. Der schöne Ort liegt zwischen den Flüssen Elz und Endert sowie im Quellgebiet des Pommerbaches.

 

         

      Die Pfarrkirche St. Pankratius in Kaisersesch - Pankratius ist einer der fünf Eisheiligen 

 

Er ist eine weitere Stadition auf dem Eifel-Camino, hier fanden wir Spuren, die auf den Jakobsweg hinweisen. Zum Beispiel in der Ortsmitte, direkt neben der Pfarrkirche St. Pankratius, steht ein Pilgerbrunnen mit Pilgerskulptur. Es ist ein schöner Platz an einem historischen Ort, der zum Verweilen und zum Erfrischen einlädt. 

 

         

                  Zeichen der Muschel                                            Pilgerbrunnen

 

Auch eine Pilgerherberge befindet sich in der Nähe, es ist das ehemalige Gefängnis ("Bullesje" oder "Prison") der Stadt, hier finden erschöpfte Pilger eine Unterkunft vor. Das Gebäude diente damals auch als Amtshaus und in der Zeit der Franzosen (1795) als „Mairie“ (Gefängnis und Polizeistation). Sehenswert der schiefe Kirchturm der St.-Pankratius-Kirche, die aus dem 13. Jahrhundert stammt.

 

         

   Das ehemalige Gefängnis und Polizeistation             Waldkapelle "Maria ad Silvam"

 

Aus der Stadt führt uns der Jakobsweg weiter über die Eifelhöhen zu einer Waldkapelle, ein Wallfahrtsort , der laut Sage vom Ritter von der Leyen im 12. Jahrhundert erbaut worden ist. Sie liegt in der Nähe des Bahnhofs, etwa 1 km von der Ortsmitte Kaisersesch entfernt, an einer alten Römerstraße. Geweiht ist sie der schmerzhaften Mutter Gottes „Maria ad Silvam“ und wird in der Bittwoche von den Gläubigen der Umgebung besucht.

 

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Freitag, 19. Juni 2009

 

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