Hans im Glück

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Hans im Glück!

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Buen Camino!

Alltaggeschichten eines Jakobspilgers

Hans im Glück!

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Vor einigen Jahren traf ich Hans Wegesmann auf dem Jakobsweg. Er erzählte mir viele seiner doch recht lustigen und zum Teil auch ernsthaften Geschichten aus seinem Umfeld. Meistens waren es kleine Alltagsgeschichten, Episoden aus dem Leben eines Pilgers. Aber auch über gewisse Schwierigkeiten, die ein Pilger im Alltag erleben kann. Ein gewisser Drahtseilakt, der ihn schlussendlich zum eigenen Glück führte.

 

Hans ist durch und durch ein leidenschaftlicher Jakobspilger, seit vielen Jahren ist er schon unterwegs und das jakobäische Fieber seiner Pilgerschaft dauert bis heute an. Einmal im Jahr findet man ihn auf einem der spanischen Jakobswege. Spanisch spricht er leider noch nicht so gut, wie er bedauert, doch verstehen kann er seine lieben Spanier dennoch. Er ist, wenn er unterwegs ist, ein Gemütsmensch, Gelassenheit und Fröhlichkeit sind sein innerliches Naturell. Man trifft ihn immer zünftig mit Hut und Pilgerstab und gutgelaunt an.

 

Doch Zuhause verhält sich der gebürtige Ruhrpöttler Hans manchmal wie ein alter Preuße und manchmal wie ein rebellischer Störtebeker oder auch wie Götz von Berlichingen. Er spricht ein bisschen im ruhrpöttischen Slang, dennoch konnte ich ihn gut verstehen. Als ich so meine Notizen machte und Hans mir alles eifrig erzählte, musste ich ihn immer wieder anschauen und schmunzeln. Sein ganzer Körper, der von einer muskulösen Statur ist, schien bei seinen Erzählungen mit zu vibrieren, er war voller Eifer. Sein Gesicht war dabei immer leicht gerötet und von freundlicher Natur. Die blauen Augen blinzelten ein wenig, hin und wieder gab es ein paar Freudentränen. Ihm schien es sichtlich Spaß zu machen und ich schrieb alles munter auf.

 

 

Heimathafen eines Pilgers

 

Wenn Hans von seinen großen Pilgerreisen auf dem Jakobsweg zurück in seine Heimat kehrte, so erzählte er mir, dass er jetzt seinen Heimathafen anläuft. Und tatsächlich, sein Heimatort hat auch einen kleinen Hafen, einen Yachthafen. Doch Hans fährt natürlich nicht mit dem Schiff heim. Nein, wie gewohnt mit der Bahn oder mit dem Bus, wenn es günstig ist, steigt er auch schon mal in einen Flieger und tritt nach erfolgreicher Pilgerschaft seine Rückreise an. Als er einmal aus Spanien kam, fuhr er 36 Stunden mit dem Bus nach Hause. „Nie wieder waren“ seine Worte, würde er mit einem Bus aus Spanien die Heimreise antreten. „Solche dicken Füße hatte ich noch nie“, fuhr er fort, „erst recht nicht auf meinen Pilgerreisen.“ In Köln stieg er genervt aus dem Bus. Hier ging nichts mehr. Keinen weiteren Kilometer mehr wollte er mit dem Bus fahren, er hatte dicke Füße wie ein Elefant und konnte kaum laufen. Nach dem vielen Sitzen im Bus hatte sich wahrscheinlich Wasser in seinen Beinen und Füßen gesammelt. In Köln belohnte er sich erst einmal mit einer anständigen Currywurst mit Pommes, um sich auf seine Heimat, das Ruhrgebiet einzustellen, so sagte er. Dann nach 1,5 Stunden mit der Bahn hatte er endlich seinen Heimathafen erreicht, sehnsüchtig hatten seine Frau und Katze Amy ihn erwartet.

 

Wesen der Heimat

 

Für Hans ist es zwar wichtig eine Heimat zu haben, vor allem dann, wenn er nach seinen langen Pilgerreisen, seinen so genannten „Heimathafen“ wieder erreichte. In dieser vertrauten Heimat leben ja seine lieben Ehefrau und seine Familie, die ihn, wenn er auf großer Tour geht, schon nach kurzer Zeit vermissen. Sie wissen aber auch, ihr Hans kehrt immer wieder zu ihnen zurück. Das Unterwegssein in der Fremde ist für ihn auch immer eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit. Dort bekam er eine intensive Sicht und einen Bezug zu seiner Heimat. Als Pilger lief das Leben manchmal parallel zur Pilgerschaft an ihm vorbei und er zehrte an seinen heimischen Bindungen und Erinnerungen. Für ihn, ein innerliches Gefühl, dass auch beängstigend und bedrückend sein konnte. Er bekam öfters Sehnsucht nach seinem gewohnten sozialen Umfeld, das Alt-Vertraute, eben nach seiner Heimat. Auf der anderen Seite faszinierte ihn aber auch das Unterwegssein in der Fremde. Denn erst in der Fremde spürte er den Wert seiner Heimat zu schätzen. Ein Heimatgefühl und Fernweh mit beidseitigem Sehnsuchtcharakter, worüber er auch öfters sehr ernsthaft nachdachte. Er sagt, das war schon immer so bei mir und hatte mir im Leben einige ungewollte Verluste bereitet, die ich auch zutiefst bedaure. - Kismet, ist es vielleicht mein Schicksal?

 

 

Und anders gesehen konnte für ihn die Heimat auch da sein, wo er sich gerade befand, also an jedem Ort der Welt, er trug sie theoretisch in sich, wie er sagt. Man muss nicht immer ein Dach über den Kopf haben, denn in der Stille seines Unterwegssein ist man befreit von Zwängen und die Gedanken sind wach und klar. Vorausgesetzt man kann auch loslassen und hat genügend Selbstvertrauen, denn nur wer loslässt, hat auch immer ein Stück Heimat dabei. Jemand, der nicht loslassen kann, hat es schwer, sich in der Fremde zurechtzufinden, er würde sich unnötig blockieren und sich dem Neuen verschließen. Es ist ein Drahtseilakt zum Glück und zum Leben, erst im Vorwärtsgehen können wir auch zurückblicken. Das heißt, dass man das Vergangene nicht auf Biegen und Brechen festhalten sollte, sondern vielleicht eher darauf zurückblickt, um auch vorwärts zu kommen. Für ihn eine wunderbare Metapher des wahren Leben, an der er sich orientieren konnte.

 

„Ich fühle mich in der ganzen Welt zu Hause,

wo es Wolken und Vögel und Menschentränen gibt.“

(Rosa Luxemburg)

 

Heimatgefüge

 

Hans brauchte eine Weile um sich in das zivilisierte Heimatgefüge wieder einzugliedern. Denn die Abgeschiedenheit auf dem Jakobsweg und die vielen Tage in Gottes freier Natur zu wandeln brachten es mit sich. Natürlich war Hans auch froh, wenn er nach einer langen Reise die heimische Geborgenheit fühlte und wieder bei seinen Liebsten war. Doch die andere Seite war, dass nach Tagen der Erholung auch gleich der Alltag wieder hereinstürzte. Stetig wurde er wieder mit Aufgaben und mit Pflichten versehen, die er als braver Ehemann auch stets ausführte. Seine Frau war natürlich zufrieden, sie hatte ihren Schatz wieder. Sorgen brauchte sie sich nun um ihn, zumindest für eine gewisse Zeit, keine mehr machen. Denn ihr Pilger war wieder daheim. So ging alles wieder seinen gewohnten Gang.

 

 

Doch im sozialen Gefüge einer modernen Gesellschaft, das mit Normen und falschen Werten überhäuft ist, fühlt sich ein Pilger wie Hans nicht wirklich wohl. Für ihn ist es ein falscher Weg, sich den vorgegebenen Regelungen zu unterwerfen, dieser führt für ihn nur in eine soziale Abhängigkeit. Leider wird dieser Weg von vielen Menschen übernommen und akzeptiert. Man passt sich einfach an und braucht nicht mehr selbst zu denken und zu handeln, man macht einfach mit. Doch Hans hat damit seine persönlichen Schwierigkeiten. Die Monotonie des Alltags, die Eintönigkeit und die ständigen Wiederholungen, bedeuten für ihn schlichtweg nur pure Langeweile. Er braucht in seinem Leben einen gewissen Freiraum und einige Herausforderungen. Aufgaben, die auch Sinn machen und denen er neben seinen Pflichten als Ehemann nachgehen kann. Es ist ein Spagat zwischen Eigenständigkeit und Hilflosigkeit, der keiner Erklärung bedarf, warum auch. Wir sind alle frei geboren und haben die Wahl!

 

Lauschangriffe im Gemeinwesen

 

Wer hat nicht schon in den Medien von Lauschangriffen, Datenschutz und Späh-Affären gehört, wenn sich Staaten gegenseitig bespitzeln. Möchte ich gar nicht näher drauf eingehen. Doch aus Hans-Alltagsgeschichten heraus betrachtet, nur so viel zum Thema. In der modernen Gesellschaft oder besser noch im sozialen Umfeld des Gemeinwesens, hat es auch ein Pilger wie Hans manchmal schwer, gewisse Dinge nachzuvollziehen.

 

 

Nach Tagen seiner Erholung und der Eingewöhnungsphase, so erzählt mir Hans, gab es für ihn in der Heimat und im Alltag manchmal nicht so viel zum Lachen. Nach seiner Ansicht legt die schnelllebige Gesellschaft von heute ein solches Tempo zu, das zur Folge hat, dass das menschliche Miteinander fehlt. In der Zeit des Forschritts und der technischen Kommunikationsmöglichkeiten wie Handys und Co, so bemerkt Hans und fügt hinzu, sei es mit der zwischenmenschlichen Beziehung vorbei. Viele Menschen, vor allem bei jungen Leuten. Insbesondere Mädchen und junge Frauen halten diese technischen Errungenschaften wie Handys & Smartphones und Co. krampfhaft in ihren Händen fest. Er nennt dies eine „Einhandgesellschaft“. Sie tippen, streicheln und wischen drauf los, was das Zeug hält, schauen nicht nach rechts und links und sind glücklich so miteinander zu kommunizieren. Lautstark und ohne Rücksicht auf ihre Mitmenschen plappern sie drauf los, verraten so ihre intimsten Geheimnise und geben alles von sich preis, was man ja nicht unbedingt mitkriegen möchte, man möchte ja nicht lauschen, geht einen ja auch nichts an. Hans schüttelt nur mit dem Kopf, lacht und schweigt.

 

Moderne Lärmgesellschaft

 

Die Wochen vergingen und Hans hatte wieder einmal ein dumpfes Gefühl in der Magengegend. Ihm wurde es wieder langweilig und alles schien ihn zu nerven, dabei brummelte er sich öfters was in seinen Bart. Schon der geringste Lärm eines Rasenmähers brachte ihn auf die Palme. Seine Frau wusste insgeheim den Grund seines Unwohlseins und fragte ihn dennoch. Hans’ Antwort war kurz und bündig: Wir leben in einer modernen Lärmgesellschaft und alles sei für ihn zu laut und mache nur Krach.

 

Ganz gleich welche Jahreszeit: Im Frühling und Sommer sind es die Rasenmäher. Als wenn sich alle Garten- und Hausbesitzer absprechen, summen und brummen lautstark mindestens 10 Mäher auf einmal los. Vogelgezwitscher war gestern, keine Vögel weit und breit, sie sind auf der Flucht. Ein ohrenbetäubender Lärm, der im allerhöchsten Maße echt grenzwertig ist und nur noch nervt. Hans hört und unterscheidet hier sogar zwischen Elektro-, Akku- und Benzinrasenmäher. Dank der vielen Baumärkte, die mit einer umfangreichen Palette von Gartentechnik ausgestattet sind, gibt es in der Saison alles, was das grüne Hobbygärtnerherz begehrt. Die Do-it-yourself-Kultur ist auf dem Höhepunkt, selbst ist der Mann und selbst ist die Frau, ist die Devise, so macht das Heimwerken auch für den Laien richtig Spaß.

 

 

Hier eine kleine Auswahl der Lärmmacher, von den erwähnten Rasenmähern mal abgesehen, geht es mit Heckenschneider, Kantenschneider, Vertikutierer, Elektrosägen, Motorsägen und Gartenhäcksler weiter, daneben gibt es noch die Hochdruckreiniger, Teichpumpen und in Zukunft werden es wohl die Mäh-Roboter sein, die die stille Gartenidylle trüben. Auch im Herbst und Winter wird es nicht leiser, jetzt kommen die Laubsauger, Laubbläser und Schneefräsen, allesamt Maschinen, die eine gute moderne Lärmgesellschaft ausmacht. Doch so schnell Hans beim Lärm manchmal wie ein HB-Männchen aufbrauste, legt sich auch kurze Zeit später wieder sein Gemüt. Sie kannte ihren Pilger und wusste ihn zu nehmen, ein paar nette Worte genügten und Hans beruhigte sich wieder. Sie wusste aber auch, wenn die Abstände seiner Stimmungsschwankungen kürzer werden, dass es dann wieder losziehen möchte. Mit einem Pilger verheiratet zu sein ist nicht immer einfach, manchmal muss man eben geduldig sein. Hans kommt nur mit einer langen Leine zurecht.

 

Hans im Einkaufsstress

 

Hans geht gerne einkaufen, vorausgesetzt er geht alleine, ohne seine liebe Frau. Die Gründe dafür können wahrscheinlich nur Männer verstehen, hier ist Hans auch keine Ausnahme. Mit seinem klapprigen Einkaufwagen machte er sich zügig und mit gleichmäßigen Schritten und den Einkaufszettel seiner Frau in der Brusttasche auf den Weg. Wenn es nach dem Willen seiner Frau geht, soll er in mindestens drei bis vier Läden wie Aldi, Lidl und Co. einkaufen. Hans nahm es gelassen. Hin und wieder haute er sich den Einkaufskarren beim Gehen in die Ferse, er war zu schnell für das zweirädrige Gestell, er brummelte nur etwas vor sich hin und ging weiter. Im ersten Laden angekommen, ging es für ihn auch gleich los. Systematisch arbeitete er die ellenlange Einkaufsliste, die sauber von seiner Frau aufgeführt war, ab. Seine gezielten, geübten und aufs Detail bezogene Blicke fanden schnell die erforderlichen Produkte. Auf einer Stelle vor den Regalen stehen zu bleiben und stundenlang die Waren anzuschauen, wie es seine Frau immer tat, war für Hans stets ein Horror. Ein Pilger muss in Bewegung bleiben, ist seine oberste Devise, schnell füllte sich dabei auch der große Einkaufswagen. Kurze Zeit später, na ja, einige Minuten waren es schon, ging er auch gleich wieder zur Kasse. Hier hatte Hans immer seine gewissen Schwierigkeiten mit dem kleinen Warenförderband der Kasse. Er legte sein Einkaufsgut drauf und im gleichen Moment ließ die freundliche Kassiererin das Band laufen. Hans war für diese Technik zu langsam und hatte seine Probleme. Die Scannergeräusche machten ihn obendrein noch nervös und die Waren purzelten fast von selbst in den Einkaufswagen. Die Verkäuferin lächelte nur und gab noch einmal richtig Gas, sie hatte offensichtlich Spaß. Hans wischte sich nur die Schweißperlen von der Stirn und bezahlte mit gestresster Mimik. Doch nach seiner Einkaufstour begann für ihn immer der schönste Teil des Einkaufens. Denn auf seinem Rückweg ging es wieder durch die schöne Parklandschaft, hier befindet sich Hans Lieblings-Parkbank. Dort belohnte er sich immer mit einem Döschen Bier und genoss dabei die Stille der Natur. So baute Hans das hektische und stressige Treiben eines Einkaufsbummels ab und verband das Nützliche mit dem Angenehmen und alle, natürlich auch seine Frau, waren zufrieden.

 

Hans und die Kneipenkultur

 

Ade, ade, du schöne Kneipenkultur, ach was waren das noch für Zeiten, als man noch gemütlich in einer Kneipe saß, sein Pilschen trank und dabei eine Zigarette rauchen konnte. Seitdem die Gesetzgebung herauskam, dass man in Kneipen nicht mehr rauchen darf, ist ein mächtiges Stück Kulturgut kaputt gegangen. Hans, der in Europa ein wenig herumgekommen ist, konnte mit ansehen, wie diese Verordnung ihre bittere Runde machte.

 

 

Hans ist selbst Raucher und hin und wieder gönnt er sich auch mal ein Bierchen. So erzählt er mir, dass auch in seinem geliebten Spanien die Einheimischen vor die Tür gehen müssen, wenn sie rauchen wollen. Das Kuriose ist, dass selbst in einem kleinen Dorf mit nur einer Handvoll Einwohnern und nur einer einzigen Bar die alten Dorfbewohner jetzt brav die neue Regelung befolgen. Gesundheit geht natürlich vor allem anderen, das ist klar, doch muss das gleich so immens vom Staat diktiert werden. Hans, hat da so seine Zweifel. Im Europaparlament werden so viele wichtige und unwichtige Dinge beschlossen, die unter anderem auch höchst merkwürdig und lächerlich sind. Von den EU-Verordnungen einer Gurken-Bananen-Krümmung angefangen bis hin zu den Kühen, die in Norwegen, dank einer EU-Richtlinie, seit einiger Zeiten auf Matratzen schlafen dürfen und vieles mehr. Ein Regelungswahnsinn, der nicht nur die braven Bürger auf Trab hält, sondern auch die EU-Bürger spaltet. Gestaltet man so ein vereintes Europa? Hans weiß es nicht. Er wünscht sich keine staatliche Bevormundungen und keinen Bürokraten-Irrsinn, er sehnt sich nach mehr demokratischer Selbstbestimmung und einem vereintem Europa mit mehr Lebensfreude für alle EU-Bürger.

 

Hans im Glück

 

Hans ist dennoch glücklich, denn seit fast 8 Jahren ist er Jakobspilger, hier kann er hin und wieder seinen Rucksack packen und für einige Wochen im Jahr den Zwängen der modernen Gesellschaft entfliehen. Damit ist natürlich nicht seine Ehefrau gemeint, die ihn ja seit 30 Jahren mit viel Liebe und Geduld unterstützt.

 

 

Sondern mehr die schnelllebige Zeit von heute, die in seinen Augen nur nimmt und nicht gibt. Hans hat sich in der Zeit seiner Pilgerschaft sehr verändert. Er sieht die Dinge des Lebens, wie er sagt, mit anderen Augen. Tag für Tag beschäftigt er sich mit dem Verhalten der Gesellschaft in Europa und in seiner Heimat. Was kann er tun, um sich selbst treu zu bleiben und sich im Spiegel anschauen zu können und gleichzeitig auch einen kleinen Beitrag für ein friedliches Europa zu leisten? Hans ist sich da ganz sicher, er meint, wenn er unterwegs ist, dabei vielen Menschen begegnet, lernt er auch selber von den unterschiedlichen Kulturen. Dabei erfuhr er, dass die „Toleranz“ das einzige „Kulturgut“ ist, das ein menschliches Europa ausmacht. Der Jakobsweg, besonders der in Spanien, ist für ihn ein Kulturweg, der dieses bestätigt. Hier traf er auf Menschen, die mit dieser Toleranz leben. Ob große und kleine Städte oder Dörfer, er sah dort einfache, arme und kranke Menschen, die nicht von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Sie sind dort ein Teil der Gemeinschaft und werden integriert und nicht belächelt und schon gar nicht wird mit den Finger auf sie gezeigt. Das vorbildhafte Verhalten der Spanier wünscht sich Hans auch in Deutschland. In diesem Sinne ist Hans glücklich nicht einfach wegzuschauen, sondern mehr hinzuschauen und darüber zu reden.

 

Die Geschichten von „Hans im Glück“ brachten mich ein wenig zum Nachdenken und ich bin ihm für seine Erzählungen sehr dankbar. Ich wünsche ihm auf seinen weiteren Pilgerreisen viel Erfolg und weitere glückliche Erkenntnisse.

 

Buen Camino!

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