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Mein Jakobsweg

Von Herne bis nach

Santiago de Compostela

 

Deutschland »

Von Herne machte ich mich auf und ging am 21. März 2007 los, mein Ziel ist Santiago de Compostela.

 

Frankreich »

Nach über 3 Monaten zu Fuß quer durch Frankreich habe ich die letzte große französische Pilgerstation, Saint-Jean-Pied-de-Port, erreicht.

 

Spanien »

Seitdem ich in Spanien auf dem Camino Francés bin, begegne ich immer mehr Pilgern und Pilgerinnen.

 

Spurensuche im Rheinland
Der Mönch von Heisterbach

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Wer war Cäsarius von Heisterbach? Ein Mensch von Gottes Gnaden    der im Mittelalter zum Mönchstum konvertiert ist. Er war Chronist, Schriftsteller und Erzähler. Einer derer, der  zur damaligen Zeit sein Herz für das Klosterleben öffnete. Es war die Zeit der Umbrüche – wo der Glaube eine große Bedeutung hatte.

 

Cäsarius von Heisterbach stammte mit größter Wahrscheinlichkeit aus dem Rheinland. Aus unterschiedlichen Quellen geht hervor, dass er einst in Köln in der Stiftsschule von Sankt Andreas lernte. Vermutlich wurde er 1180 in Köln geboren und verstarb um 1240 in Heisterbach.

 

Im Jahr 1199 trat der fromme und gebildete Cäsarius in das Heisterbacher Kloster ein. Das abseits gelegene Zisterzienserkloster Heisterbach liegt im Siebengebirge in der Nähe von Königswinter. Relativ schnell wurde ihm das Amt eines Novizenmeister und Prior zugetragen. Eines seiner bekanntesten Werke ist der „Dialogus miraculorum“.

 

         

            Cäsarius-Bronzedenkmal von Ernemann Sander in Königswinter-Oberdollendorf

 

In einer seiner wunderbaren Geschichten erzählt er, wie er mit den Abt Gevard von Walberberg nach Köln reiste. Dieser wollte ihn für den Eintritt ins Kloster Heisterbach bewegen. Doch Cäsarius entschied sich vor dieser wichtigen Entscheidung auf einer Pilgerfahrt zu gehen. Er machte sich auf den weiten Weg von Köln nach Rocamadour in Südwestfrankreich auf. Es war eine Stätte der großen Marien-Wallfahrtsorte, die auch viele Jakobspilger im 12. und 13. Jahrhundert besuchten.

 

Nach einer dreimonatigen Pilgerreise durch Frankreich und Spanien, in Zeiten der Kreuzzüge, sammelte er viele Eindrücke – so kam er nach Köln zurück und entschied sich für das Klosterleben.

 

Voraus gegangen waren seine tief greifenden Erinnerungen, die er mit dem Heiligen Jakobus und der Wallfahrt nach Santiago de Compostela in Verbindung brachte. Es war für ihn ein besonderer Weg, mit Wirkungskraft und Heilverdienst zugleich, denen selbst der Teufel nicht standhalten konnte.  

 

         

                                      Klosterruine Heisterbach mit Parkanlage

 

In einer Geschichte geht es um die Freundschaft zweier Pilger. Sistappus und Godefridus, beide aus Köln und auf dem Pilgerweg nach Spanien. Sie waren Gewissensprüfungen ausgesetzt – der Teufel beobachtete es hasserfüllt. Eines Tages fand Sistappus seinen Pilgerstab gebrochen in zwei Teile vor. Daraufhin beschuldigte er seinen Freund, dieser bekräftigte in einem Eid, er sei es nicht gewesen. Weit und breit waren auch keine anderen Menschen anwesend, doch wurde Sistappus zornig und wollte Hand anlegen. Doch der Heilige Jakobus ließ die Zwietracht zwischen der Freundschaft nicht zu, somit suchte der Verursacher, der Teufel, die Flucht.

 

Es ist nur ein Beispiel der vielen Erzählungen und Geschichten des Cäsarius. Sie zeigen in eindrucksvoller Weise, dass er als Mensch und frommer Mönch ein nachdenklicher Christ war, der stets einen Dialog zu Gott und den Heiligen suchte.  

 

     

                                  Rheinromantik: Chorruine - Kloster Heisterbach

 

So schrieb er aus der Perspektive eines Mönchs und eines Schülers zugleich, eines Neuankömmlings. Immer im Zwiegespräch mit sich selbst. Er stellte sich Fragen und suchte Antworten, auf Sinn und Sein eines klösterlichen Lebens. Er stellte hohe Anforderungen an sich selbst.

 

Und in einem Zitat heißt es:  „Schüler, welche unschuldig leben und fleißig lernen, sind wirklich Märtyrer, und wenn sie später die Wissenschaften, die sie erlernt haben, in Liebe und vor allem im Dienste Gottes anwenden, werden sie großen Lohn erlangen“.

 

Ordensgründung der Zisterzienser

 

Der Orden der Zisterzienser, dessen Blütezeit mit Bernhard von Clairvaux begann, führte ein Leben im Gebet, der Lesung und der Arbeit. Gründer war der reformierte Benediktinermönch Robert von Molesme. Er gründete um 1075 die Abtei Molesme und im Jahr 1076 mit gleichgesinnten Mönchen ein neues Kloster, die Abtei Cîteaux. Alle hatten das gleiche Ziel, sie wollten nach der strengen Ordensregel des Benedikt von Nursia leben.

 

Der Papst Urban II holte Robert von Molesme im Jahr 1099 auf Betreiben seiner Mitbrüder zurück nach Molesme. Der neue Abt und Nachfolger Alberich von Cîteaux, leitete das Kloster Cîteaux zehn Jahre lang weiter. Im Jahr 1109 löste ihn Stephan Harding ab, er schrieb eine neue Verfassung, die „Charta Caritatis“, sie wurde vom Papst Calixt II. in einer Bulle bestätigt. So wurde Stephan Harding als eigentlicher Gründer des Zisterzienserordens genannt.

 

   

                    Eine Gedenkstätte - Das ehemalige Zisterzienserkloster Heisterbach

 

Im Auftrag des neuen Erzbischofs von Trier, Albero von Montreuil, gründeten die Zisterzienser im Frühjahr 1134 das Kloster Himmerod. Unterstützt wurden sie von Bernhard von Clairvaux, der auch das passende Gelände in der Eifel mit aussuchte. Unter der Führung des Abtes Randulf siedelten sie im abgeschiedenen Salmtal an. 

 

Nach einigen Jahren konnte das Kloster Himmerod dem Ansturm der Besucher nicht mehr standhalten und sie entschieden sich ein zweites Kloster zu bauen. Auftragsgeber dieses Mal, der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg. Er entsandte zwölf Mönche unter der Führung des Abtes Hermann ins Rheinland. Sie verbrachten eine kurze Zeit auf dem Petersberg im Siebengebirge, bevor sie sich im Frühjahr 1189 im Tal der Heister ansiedelten. Das Kloster Heisterbach ist ein Tochterkloster von Himmerod und wurde 1192 gegründet.   

 

Klosteraufhebung

 

Nach über 600 Jahren Klosterleben wurde die Abtei Heisterbach durch die Säkularisation von 1803 aufgehoben. Die bergische Landesregierung gab die Abteikirche 1804 zum Abbruch frei und verkaufte sie. Die Steinquader wurden z. B. für den Bau der Festung „Ehrenbreitstein“ verwendet. Übrig blieb eine Chorruine mit Park, die Heisterbach zum beliebten Motiv der Rheinromantik werden ließ. 

 

Bild im Kopfbereich. Alte Ansichtskarte (Ausschnitt)

 

Der Mönch von Heisterbach - W. Stucke pinx[it]. Verso: Gemälde in der Restaurationshalle Kloster Heisterbach. Signet UVACHROM. A11: Verlag Kloster Heisterbach, Siebengebirge. Nachdruck verboten. Nicht gelaufen. Willy Stucke, geb. 21. Februar 1880 in Cleve, Todesdatum unbekannt, Bildnis- und Dekorationsmaler in Bonn.

 

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Mehr zum Thema: Artikel von Rüdiger Schneider

Caesarius von Heisterbach - ‘Dialogus Miraculorum’ 

 

Samstag, 2. Mai 2009

 

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