www.via-jakobsweg.de © 2010 • Bernd Koldewey • 44629 Herne (D)  

Mein Jakobsweg

Von Herne bis nach

Santiago de Compostela

 

Deutschland »

Von Herne machte ich mich auf und ging am 21. März 2007 los, mein Ziel ist Santiago de Compostela.

 

Frankreich »

Nach über 3 Monaten zu Fuß quer durch Frankreich habe ich die letzte große französische Pilgerstation, Saint-Jean-Pied-de-Port, erreicht.

 

Spanien »

Seitdem ich in Spanien auf dem Camino Francés bin, begegne ich immer mehr Pilgern und Pilgerinnen.

 

Spurensuche Bergisches Land

Die Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä. in Homberg

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Etwa 5 Kilometer östlich von Ratingen liegt die idyllische Ortschaft Homberg. Mitten im alten Ortskern, umgeben von hübschen Fachwerkhäusern, steht die romanische Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä. Sie zählt zu den ältesten mittelalterlichen Jakobuskirchen in Deutschland.

 

Homberg ist seit 1975 ein Stadtteil von Ratingen, es liegt zwischen den westlichen Ausläufern des Niederbergischen Landes und der Niederrheinischen Tiefebene. Ein Gebiet, das sich im 7. Jh. n. Chr. noch Keldachgau nannte. Eine hügelige und bewaldete Landschaft, zwischen Rhein, Ruhr und Sieg, es war der Siedlungsraum der Franken. Hier lebten die Brukterer, ein rechtsrheinischer germanischer Volksstamm.

 

         

        Das schöne Dorf Homberg liegt zwischen Ratingen und Wülfrath im Kreis Mettmann.

 

Laut dem angelsächsischen Gelehrten und Benediktinermönch Beda Venerabilis, auch Beda der Ehrwürdige genannt, brachte der hl. Suitbertus dem Germanenstamm der Brukterer den christlichen Glauben. Er war wie Willibrord angelsächsischer Missionar und gründete ein Benediktinerkloster in Kaiserswerth, auf einer dem Rhein vorgelagerten Insel. Heute gehört der Stadtteil mit seiner großen historischen Vergangenheit, der Kaiserpfalz, zu Düsseldorf. Auch das Bergische Land war sein Missionsgebiet, es brachte ihm den volkstümlichen Beinahmen „Apostel des Bergischen Landes“ ein. Der anfängliche Missionserfolg wurde später von den einfallenden Sachsen zunichte gemacht.

 

Die Siedlung Homberg und die Jakobuskirche

 

Die Siedlung Homberg wurde erstmals im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Doch gab es wahrscheinlich schon früher einige Anwesen und Gehöfte. Der Kölner Erzbischof Anno II. erwarb durch Grundbesitz auch das Patronatsrecht der Dorfkirche von Homberg. Durch die enge Beziehung mit dem Kölner Stift St. Georg gab es einige Zeit auch zwei Kirchenpatrone, der hl. Georg und der hl. Jakobus d. Ä.  

 

         

  Mitten im alten Dorfkern befindet sich einer der ältesten Jakobuskirchen im Kreis Mettmann. 

 

Die heutige Dorfkirche St. Jakobus d. Ä. stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die romanische Basilika ist eine der ältesten Pfarrkirchen im Kreis Mettmann, wozu die Gemeinde Homberg heute zählt. Im Inneren der sehenswerten Kirche, die bestimmt auch von Jakobspilgern besucht wurde, befinden sich gleich mehrere Jakobusskulpturen. Eine davon stammt aus dem 16. Jahrhundert, doch ist man sich hier nicht ganz sicher, ob es sich wirklich um den hl. Jakobus oder doch eher um den Apostel Paulus handelt. Gezeigt wird diese schöne farbige Holzskulptur mit Apostelgewand und den Attributen Schwert und Buch.

 

      

   Pilger können sich freuen, denn in der Kirche finden sie besonders schöne Jakobsfiguren.

 

Doch betritt man das Innere der Kirche, findet der Besucher am rechten Arkadenpfeiler eine Jakobsskulptur (um 1750) aus Lindenholz, die den Jakobus im Pilgergewand darstellt. Mit der typischen Pilgerbekleidung, Pelerine, Pilgerstock und Hut sowie dem Muschelsymbol handelt es sich hierbei eindeutig um Jakobus d. Ä. Auch ein schönes Kirchenfenster aus dem Jahre 1960, von dem Düsseldorfer Künstler Prof. Günter Grote (1911-1985) gefertigt, zeigt ein Motiv des Kirchenpatrons, die „Berufung des Apostels Jacobus“.

 

          

                 Chorraum mit Hauptaltar                               Tabernakel mit Altarbild

   

Ein ganz besonderer Schatz der Homberger Dorfkirche sind die vom bekannten Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim geschaffenen Skulpturen. Sie beschäftigen sich auf besondere Weise mit dem Apostel Jakobus und zeigen Bronzearbeiten, die mit viel Liebe zum Detail gefertigt worden sind.

 

         

         Tabernakel linke Seite: Emmausweg           Tabernakel rechte Seite: Pilgergruppe

 

Unter anderem das Tabernakel mit Jakobus- und Pilgermotiven, sowie ein Jacobusleuchter mit Motiven der Hühnerlegende von Santo Domingo de la Calzada. Ein ganz besonderes Kunstwerk des Künstlers ist die 50 cm hohe Bronzefigur, in der sich auch eine Reliquie des hl. Jacobus befindet. Sie ist in einer Seitenwand der Kirche eingelassen und aus Sicherheitsgründen verschlossen. Hier wird der Schutzpatron der Wallfahrer und Pilger mit den traditionellen Pilgerattributen wie Pelerine, Hut, Pilgerstab, Kürbisflasche und Pilgermuschel sitzend dargestellt.

 

Übrigens hat der Künstler Bert Gerresheim schon einige Kirchen und Plätze mit seinen Kunstwerken, wie das Jakobus-Monument in Neuss, ausgestattet. Des Weiteren befindet sich in der Kirche eine eingerahmte Choralhandschrift (Introitus), die zum Fest des hl. Apostel Jacobus (25.Juli), im Jahre 1614 verfasst wurde.

 

         

                   Siebenschmerzenaltar                         Anbetung der heiligen drei Könige

 

Zu erwähnen sind natürlich auch die kostbaren Altarbilder, der Siebenschmerzenaltar, ein Triptychon, das von Anton Wonsam aus Köln, um 1530 geschaffen wurde, sowie das Altarbild einer Kölner Werkstatt, die Anbetung der hl. Drei Könige aus dem Jahr 1605.  

 

Mittelalterliche Pilgerwege      

 

Im Mittelalter gehörten Teile des Bergischen Landes zum neu geschaffenen Rheinamt Angermund und waren den Grafen und späteren Herzögen von Berg unterstellt. Ein Gebiet, das zwischen den zwei Bächen, dem Angerbach und den Schwarzbach liegt.

 

Ratingen und somit auch Homberg lagen im Mittelalter, in der Zeit der Kreuzzüge, an strategischen Punkten wichtiger Straßen und Wege wie z. B. dem Heiligenweg, der vermutlich von Essen, Werden und Kettwig an der Ruhr über Heiligenhaus nach Ratingen führte. Weiter gab es noch zwei alte Handelswege, den Mauspfad, der Köln mit dem Niederrhein verband, und auch der Hilinciweg führte durch dieses Gebiet. So fanden bestimmt auch Jakobspilger einen geeigneten Weg, der sie über Köln oder Aachen weiter nach Frankreich und schließlich bis nach Santiago de Compostela brachte. 

 

           

      Dorfkirche St. Jakobus d. Ä. in Homberg            Homberg nach Santiago 2164 km

 

Es ist eine geschichtsträchtige Region, die durch ihre strategische Lage zum Rhein, zur Ruhr und zum Bergischen Land von großer Bedeutung war. Dieses historische Dreieck war Schauplatz von Streitigkeiten und Kriegen (z. B. Dreißigjährige Krieg), und als die Pest, die Geisel Gottes, im Land wütete, starben Tausende von Menschen qualvoll, und das Land verarmte. Gerade in dieser Zeit suchten die Menschen ihre Kirchen und Schutzheiligen auf und beteten um Hilfe.

 

Heute bietet die ländliche Region im Niederbergischen Ratingen, in der Nähe des Rheins und Landeshauptstadt Düsseldorf, einen hohen Freizeit- und Naherholungswert, ausgeschilderte Wanderwege laden zum Erkunden ein. Ultreia et suseia!!!

 

Bücher zum Thema Jakobsweg »»»

 

Herne, 10. April 2010

 

Aktuelle Beiträge  Deutschland  Frankreich  Spanien  Spurensuche
Videos Bücher  Kontakt  Datenschutz  Impressum Home

 

© via-jakobsweg.de 

 

 

 

Bücher zum Jakobsweg

Unter dieser Rubrik finden Sie einige meiner Bücher... »»»

Fachwerkhaus, Homberg

Pfarrkirche St. Jakobus d. Ä.

Turm der Jakobuskirche

Hauptaltar

Tabernakel mit Altarbild

Der Jacobusleuchter

(Bert Gerresheim)

Detailansicht 1

Detailansicht 2

Jacobusreliquiar

(Bert Gerresheim)