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Jakobuskult in Europa und Deutschland

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Buen Camino!

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Jakobuskult in Europa und Deutschland

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

In ganz Europa interessieren sich immer mehr Menschen für den Jakobsweg. Die meisten Pilger sind fasziniert von der Möglichkeit sich selbst zu finden. Dieser besondere Pilgerweg nimmt nicht, sondern er gibt etwas zurück, was lange Zeit verloren schien. Man ist auf der Suche und findet sich schließlich selbst.

 

Es ist ein langer Weg, der einen bis ans Ende der Welt bringen kann. Mit dem ersten Schritt begibt man sich auf eine Pilgerreise ins entfernte Galicien nach Spanien. Genau gesagt bis nach Santiago de Compostela, hier befindet sich das Grab des Apostels Jakobus, der Schutzpatron Spaniens und der Pilger. Wer auf ihm geht, sucht sich selbst und findet Gott, oder er sucht Gott und findet sich selbst. Eine Faszination, die jeder Pilger bestätigen kann.

 

Jakobusgeschichte

 

Jakobus der Ältere, Sohn des Zebedeus, war einer der zwölf Apostel von Jesus Christus. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Johannes gab Jesus ihm auf dem heiligen Berg der Verklärung (Tabor) den Beinamen „Boanerges“, das heißt „Söhne des Donners“. Den Namen bekamen sie wahrscheinlich wegen ihres Eifers und der Hingabe zu Jesus. Auch war Jakobus zusammen mit Petrus und Johannes anwesend, als Jesus im Garten Getsemani Todesangst bekam, es war die letzte Nacht vor seiner Kreuzigung.

 

Nach Jesus Tod predigte Jakobus und die anderen Jünger im Raum Jerusalem das Evangelium, dann wanderten sie aus. Bis heute gibt es viele Legenden um ihn, so heißt es auch, dass er auf seiner Missionsreise nach Christi Himmelfahrt bis nach Spanien kam. Das Land, in dem er das Christentum verbreiten wollte, nannten die Römer Hispanien. Jakobus hatte es nicht leicht und wollte schon aufgeben, da erschien ihm bei Saragossa die Jungfrau Maria und er war guter Dinge. Um 44 n.Chr. kehrte er nach Jerusalem zurück und wurde unter König Herodes Agrippa I. hingerichtet (Apg 12,2).

 

Weiter heißt es, dass seine Jünger seinen Leichnam in ein führerloses Boot legten, es trieb über das Meer und strandete schließlich bei Finis Terrae an der Atlantikküste Nordspaniens. Seinen Leichnam bestatteten die Jünger Jakobus im Landesinneren. Lange Zeit in Vergessenheit geraten wurde das Grab Anfang des 9. Jahrhunderts von dem Eremiten Pelayo, der ein himmlisches Zeichen sah, auf dem sogenannten „Sternenfeld” (spanisch „Compostela”) gefunden. Es war die Geburtsstunde des Jakobuskults, man baute eine Kirche und es entstand eine große Wallfahrtstätte, das heutige Santiago de Compostela.

 

In der Zeit der spanischen Reconquista, im „Kampf“ gegen die Mauren, fand der Mythos des hl. Jakobus seinen Höhepunkt, immer mehr pilgerten zum Grab des Heiligen. Er wurde Schutzpatron Spaniens und man nannte ihn „Santiago Matamorus”, der „Maurentöter”. In der Legende soll Jakobus hoch zu Ross mit dem Schwert bewaffnet bei der siegreichen Schlacht von Clavijo (844) geholfen haben. Im Buch „Liber Sancti Jacobi“, im mittelalterlichen Codex Calixtinus fand man weitere heldenhafte Darstellungen des Apostels Jakobus. In der ersten handschriftlichen Überlieferung aus dem 12. Jahrhundert findet man eindrucksvolle Erzählungen über Wunderhandlungen des Heiligen Jakobus. Aber auch Interessantes über den mittelalterlichen Pilgerweg nach Santiago de Compostela.

 

Die Faszination des Weges

 

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts setzt die Zahl der Pilgerschaft jedes Jahr neue Rekorde. Besonders in den Jahren, wo der 25. Juli auf einen Sonntag fällt, wie dieses Jahr. Dann nennt man das Jahr das ‚Heilige Jahr’, für Jakobspilger eine besondere Zeit.

 

Das heutige Interesse den Jakobsweg zu pilgern ist vielseitig und unterschiedlich. Viele machen sich bewusst auf den Weg, weil für sie ein neuer Lebensabschnitt ansteht. Darunter begegnet man vielen Jugendlichen, Sportlern (Radfahrer) und Abenteurern, die die Freiheit auf dem Jakobsweg genießen wollen, und auch Menschen, die einen Schicksalsschlag erlitten haben, einen Todesfall zum Beispiel oder eine schmerzliche Trennung oder gerade eine Krankheit überstanden haben. Auch sie suchen nach einer neuen Orientierung und einem Neuanfang.

 

Viele Ruheständler, die nach langer beruflicher Tätigkeit viel Zeit haben, machen sich auf nach Santiago um den Übergang aus dem Berufsleben in die neue Lebensphase zu reflektieren. Der Tourismus in Verbindung mit dem Hl. Jakobus findet in ganz Europa immer mehr Zulauf. Viele von ihnen werden vom Jakobsweg geradezu magisch angezogen, getrieben vom Wunsch nach Verwandlung und Spiritualität, aber auch religiöse Gründe werden genannt.

 

In Europa feiert man das Fest des Heiligen Jakobus an unterschiedlichen Tagen. Das Datum ist von der Konfession abhängig. Der geläufigste Tag bei den Katholiken und Protestanten ist der 25. Juli. Die Christen der orthodoxen und der koptischen Kirchen feiern das Jakobusfest am 30. und 12. April. Und für die armenische Kirche ist der Feiertag zu Ehren Jakobus der 28. Dezember. Diese unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften kennen keine Grenzen und der Apostel Jakobus vereint sie alle.

 

Buen Camino!

 

Herne, 6. April 2010

 

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