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Von Herne machte ich mich auf und ging am 21. März 2007 los, mein Ziel ist Santiago de Compostela.

 

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Nach über 3 Monaten zu Fuß quer durch Frankreich habe ich die letzte große französische Pilgerstation, Saint-Jean-Pied-de-Port, erreicht.

 

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Seitdem ich in Spanien auf dem Camino Francés bin, begegne ich immer mehr Pilgern und Pilgerinnen.

 

Spurensuche in den Museen Köln und Bonn

Pilgerabzeichen, Pilgermuscheln, Jakobus- und Pilgerabbildungen

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Es ist Spätwinter und wir haben nasskaltes Schmuddelwetter, ideale Voraussetzung um ins Museum zu gehen. In den Museen von Köln und Bonn begeben wir uns auf jakobäische Spurensuche und werden auch fündig.

 

Der lange Winter schlägt uns allen aufs Gemüt, bei Regen, Wind und Kälte macht das Erforschen und die Spurensuche in freier Natur keinen Spaß. Wir finden eine Lösung und begeben uns auf jakobäische Spuren in verschiedenen Museen. In Köln standen gleich vier Museumsbesuche an, das Kölnische Stadtmuseum, das Museum für angewandte Kunst, das Wallraf-Richartz-Museum und das „Kolumba“, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. In Bonn besuchten wir noch das Rheinische Landesmuseum.

 

         

 

Das Kölnische Stadtmuseum besuchten wir als erstes. Wie die meisten Museen liegt es zentral in der Nähe des Kölner Doms und ist zu Fuß gut erreichbar. In den großen Ausstellungsräumen fanden wir einige interessante Sammlungen zum Thema „Mittelalter in Köln“. Bei unserem Rundgang entdeckten wir Pilgermuscheln und Pilgerabzeichen, zum Teil aus dem 14. Jahrhundert.

 

         

Pilgerabzeichen, Muscheln und Azabache-Figur, Stadtmuseum Köln

 

Im Mittelalter bekamen die Pilger zur Erinnerung an ihre erfolgreiche Wallfahrt ein Pilgerabzeichen. In Köln mit den Motiven des Hl. Petrus, Schutzpatron des Kölner Domes, die hl. Drei Könige oder die hl. Ursula mit ihren Gefährtinnen. Unter den Ausstellungstücken befand sich auch ein ganz besonderes Pilgerabzeichen aus Santiago de Compostela. Es zeigt den hl. Jakobus als Pilger, eine kunstvolle aus Gagat (span. azabache) hergestellte Jakobusfigur. Dieser schwarze Halbedelstein, auch „Azabache“ genannt, ist aus uralten Baummaterialien aus Asturien (Spanien) in der Jurazeit entstanden.

 

            

Humpen mit Jakobusdarstellung, 17. Jh., Museum für angewandte Kunst, Köln

 

Auch zwei Pilgermuscheln, das Symbol der Jakobuspilger fanden wir hier. Pilgerabzeichen und Muschel nähte man sich im Mittelalter auf Hut und Mantel an. Auch heute trägt man die Muschel als Zeichen der Jakobspilgerschaft, meistens am Rucksack oder als Halsschmuck.

 

 

Humpen mit Jakobusdarstellung, 17. Jh., Museum für angewandte Kunst, Köln

 

Ganz in der Nähe liegt das Museum für Angewandte Kunst. Hier wurden wir auch fündig. Gleich auf verschiedenen Kunstobjekten fanden wir den hl. Jakobus (Jacobus Maior) und Pilgerabbildungen vor. Die Materialien waren dieses Mal aus feinem Glas und edlem Porzellan (Fayencen). Gezeigt werden kleine Kunstschätze, edle Keramik-Humpen mit buntfarblichen Jakobus- und Pilgerdarstellungen.

 

         

Ausschnitt aus Triptychon mit der Hl. Sippe und Jakobus als Kind, südniederländisch, um 1150, Wallraf-Richartz-Museum, Köln

 

Auch im nächsten Museum, dem Wallraf-Richartz-Museum, hatten wir wieder Erfolg. In der Mittelalterabteilung fanden wir, meistens auf Gemälden oder Altarbildern (Triptychon), schöne Jakobusdarstellungen. Unter anderem auf einem Altarbild der „Heiligen Sippe“, Jakobus als Kind. Weitere Darstellungen fanden wir auf einem Gemälde „Martyrium der hl. Ursula vor der Stadt Köln“, mit zwei Pilgern, die in die Stadt marschieren. Auch auf einem Landschaftsbild „Italienische Landschaft mit Hirten und Herde“ eines niederländischen Künstlers, entdeckten wir einen Pilger mit Hut und Muschel.    

 

          

Altar der Hl. Sippe, um 1503, mit Jakobus als Kind (Ausschnitt),

Triptychon, Wallraf-Richartz-Museum, Köln

 

Unser nächstes Museum in Köln war das „Kolumba“, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Es steht auf den Fundamenten der ehemaligen Pfarrkirche St. Kolumba, es war die größte Pfarrgemeinde des mittelalterlichen Kölns. Hier wurden wir leider nicht fündig, dennoch sahen wir beeindruckende Kunstwerke, wie z.B. die Gewänder von Joseph Kardinal Frings.

 

         

Bild links: Pilger, Ausschnitt aus ‘Martyrium der hl. Ursula vor der Stadt Köln’,

um 1411, Wallraf-Richartz-Museum, Köln - Bild rechts: Ausschnitt ‘Italienische Landschaft mit Hirten und Herde’, Nicolas Pietersz.Berchem, um 1670,

Wallraf-Richartz-Museum, Köln

  

In Bonn besuchten wir noch das Rheinische Landesmuseum. Hier fanden wir auf einem Gemälde eine Pilgerdarstellung sowie eine Jakobusfigur aus Bremm an der Mosel, vermutlich von 1631. 

 

           

Carl Friedrich Lessing, ‘Landschaft mit Pilger’, 1860,

Rheinisches Landesmuseum Bonn

 

Fazit unserer Museumstour ist, dass wir den Besuch der Museen bestens empfehlen können. Besonders Jakobusfreunde kommen auf ihre Kosten und erfreuen sich an den beeindruckenden Kunstschätzen.  

 

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Herne, 15. März 2010

 

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Bücher zum Jakobsweg

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Jakobus, Azabachefigur, Stadtmuseum Köln

Pilgerabzeichen, 14. Jh., Stadtmuseum Köln

Pilgerabzeichen, 14. Jh., Stadtmuseum Köln

Azabache-Muschel,

Stadtmuseum Köln

Pilgermuschel,

Stadtmuseum Köln

Humpen mit Pilger und Soldat, 18. Jh., Museum für angewandte Kunst, Köln

Pilger, Ausschnitt ‘Italienische Landschaft...’

Jakobus als ‘pater peregrinorum’, Rheinisches Landesmuseum Bonn