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Mein Jakobsweg

Von Herne bis nach

Santiago de Compostela

 

Deutschland »

Von Herne machte ich mich auf und ging am 21. März 2007 los, mein Ziel ist Santiago de Compostela.

 

Frankreich »

Nach über 3 Monaten zu Fuß quer durch Frankreich habe ich die letzte große französische Pilgerstation, Saint-Jean-Pied-de-Port, erreicht.

 

Spanien »

Seitdem ich in Spanien auf dem Camino Francés bin, begegne ich immer mehr Pilgern und Pilgerinnen.

 

Römisch, Katholisch und weiter

bis zum Freistaat Flaschenhals

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Wie schön kann doch ein kleiner Herbstausflug sein. Mit dem Besuch des Kölner Doms und den Resten der alten Stadtmauer von Köln und einigen römischen Hinterlassenschaften fing der bemerkenswerte Ausflug ins Rheinland und ins Rheingau viel versprechend gut an. Und nachdem ich meinen Freund in Bonn besucht hatte, machten wir gemeinsam einige Stopps entlang des Rheins, bis zur Weinstadt Lorch am Rhein. Diese liegt wunderschön im Rheingau-Taunus-Kreis und gehörte einst zum ‚Freistaat Flaschenhals’.  

 

      

        Gäste und Römer am Kölner Dom...                                 Kölner Dom

 

In Köln mache ich schon öfters einen Zwischenstopp, wenn ich auf dem Weg zu meinem Freund Rüdiger war. Die ehrwürdige Stadt, die von Kaiser Claudius gegründet wurde, war einst eine große römische Kolonie im Rheinland. Unter dem Namen „Colonia Claudia Ara Agrippinensium“, deren Förderin die römische Kaiserin Agrippina (Urenkelin des Augustus) war, die hier geboren wurde, begann schon in der Antike der Aufstieg Kölns. Spuren römischer Vergangenheit sind bis heute noch überall im Stadtgebiet zu finden.

 

      

                    Hahnentorburg                                     Alte Stadtmauer mit Wehrturm

 

Aber auch einige Reste der mittelalterlichen Stadtmauer sind noch bis heute erhalten geblieben. Zum Beispiel das alte Stadttor der „Hahnentorburg“, dieses beeindruckende Bauwerk befindet sich am Rudolfplatz. Von hier aus ging es früher auf die alte römische Heeresstraße, die „Via Belgica“, die Köln mit Aachen verband und weiter bis zum Atlantik führte.

 

      

                 Chorraum, Kölner Dom                           Dreikönigsschrein, Kölner Dom

 

Natürlich besuchte ich auch den Kölner Dom, als Wahrzeichen Kölns und als zweithöchstes Kirchengebäude der Welt sowie UNESCO-Weltkulturerbe weltberühmt. Die katholische Kathedrale, im gotischen Stil, ist eines der größten und schönsten Kirchenbauwerke der Welt. Hier befinden sich nicht nur die letzten Ruhestätten Kölner Erzbischöfe, sondern auch reiche Kunstschätze kirchlicher Geschichte. Als großer Wallfahrtsort beherbergt der Dom zu Köln den Dreikönigsschrein, die Gebeine der Heiligen Drei Könige. Aber auch die riesigen Kirchenfenster, die im Tageslicht ihre wahre Pracht zeigen, spiegeln zeitgenössische Kunst wider, darunter auch ein Jakobusfenster.  

 

      

      Beweinungsfenster, 1847          Pfingstfenster, 1848            Anbetungsfenster, 1846

  

Von Köln ging es mit der Bahn weiter nach Bonn. Am nächsten Tag führte uns ein gemeinsamer Herbstausflug, zusammen mit Freund Rüdiger, zunächst weiter nach Bad Breisig. Von hier ging es mit der Autofähre „Sankta Maria“ auf die andere Rheinseite nach Bad Hönningen/Rheinbrohl. Ganz in der Nähe befindet sich der Nachbau des ersten Limesturmes.

 

      

       Blick auf Burg Rheineck, Bad Breisig                             Burg Rheineck

 

Denn die Römer begannen hier, ganz in der Nähe des Rheinufers, den Bau einer Grenzbefestigung, die des Obergermanisch-Raetischen Limes. Diese gigantische Grenzanlage mit Palisadenzäunen und 900 Wachtürmen und auf einer Länge von 550 km zog sich rechtsrheinisch bis zur Donau bei Regensburg durch die Lande. Sie grenzte die römischen Provinzen südlich des Limes von den germanischen Gebieten nördlich des Limes ab. Das Erlebnismuseum „RömerWelt“, am Caput Limitis zeigt den Alltag und das Leben der Römer am Limes.

 

      

          Römischer Wachturm, Rheinbrohl                    Limes-Grenzanlage, Rheinbrohl

 

Das rechtsrheinische Städtchen Rheinbrohl am Mittelrhein (Rheinland-Pfalz), mit drei silbernen Jakobsmuscheln im Stadtwappen, ist ein beliebtes touristisches Ausflugsziel. Hier wird man nicht nur auf Römerspuren stoßen, sondern auch auf Jakobusspuren pilgern können. Auf dem rechtsrheinischen Rheincamino, den man teils entlang des Ufers, durch die Weinberge oder auf dem Rheinsteig gehen kann, erreicht man nach wenigen Kilometern weitere schöne Mittelrheindörfer. Sehen Sie auch die Artikel von Rüdiger Schneider, der sich z.B. mit dem Rheincamino (rechts- und linksrheinisch) intensiv beschäftigt hatte.

 

      

       Rathaus (Gertrudenhof) mit Kapelle                         Stadtwappen Rheinbrohl

 

Ein wenig schlenderten wir noch durch Rheinbrohl, bis wir das schöne Rathaus, früher der Gertrudenhof, mit gleichnamiger Kapelle erreicht hatten. Dann ging es zum Bahnhof und wir fuhren weiter auf der rechten Rheinseite mit der Bahn bis nach Lorch am Rhein. Hier im Rheingau trafen wir zum ersten Mal auf eine rätselhafte Beschilderung mit der Aufschrift ‚Freistaat Flaschenhals’ und hielten es zunächst für einen Scherz. 

 

Weiter zum Artikel: Zwei Jakobspilger im ‚Freistaat Flaschenhals’

 

Herne, Oktober 2012

 

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