Im Zeichen der Muschel nach Rom
Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)
Ein ereignisreiches Jahr geht bald zu Ende, als Jakobspilger hatte ich im Sommer den großen Wallfahrtort Santiago de Compostela besucht und bin bis ans Ende der Welt gepilgert. Doch was mache ich 2012, werde ich wieder nach Spanien reisen und mir einen neuen Jakobsweg suchen? Oder gehe ich mal einen ganz anderen Pilgerweg, zum Beispiel nach Rom.
Jetzt in der Vorweihnachtszeit hatte ich genügend Zeit, um mir über viele Dinge Klarheit zu verschaffen. Ich habe mir in den Kopf gesetzt nach Rom zu pilgern, um dieses Mal die Gräber des Heiligen Petrus und Paulus aufzusuchen. Dabei werde ich meinen Schutzpatron, den Heiligen Jakobus, natürlich nicht außer Acht lassen. Die Jakobusmuschel wird mich wieder begleiten und mir den richtigen Weg weisen, denn das hatte sie schließlich schon seit 5 Jahren getan. Nach den vielen Pilgerreisen durch Deutschland, Frankreich und Spanien suche ich nun mit der Pilgerreise nach Italien und mit dem Besuch der antiken „Heiligen Stadt“ Rom eine neue Herausforderung. Meine ganzen Erlebnisse und Erfahrungen der letzten Jahre, habe ich in einigen Büchern verfasst und veröffentlicht. Als Reiseschriftsteller und leidenschaftlicher Pilger brauche ich nun neue Aufgaben und Abenteuer, um über das „Unterwegssein“ und das Pilgertum, schreiben zu können.
Die „Ewige Stadt“ Rom gilt für die Christenheit, neben Santiago de Compostela, als wichtigster mittelalterlicher Wallfahrtsort in Europa. Die Vatikanstadt mit dem Petersdom und Sitz des Heiligen Vaters, Papst Benedikt XVI., ist eine besondere Pilgerreise für mich. Auch dieses Mal möchte ich von der eigenen Haustür aus starten, mir ist bewusst, dass es eine lange und anstrengende Reise werden wird. Mit Zelt und Rucksack geht es von Herne aus Richtung Dortmund und weiter nach Paderborn. Nachdem ich mein Bundesland Nordrhein-Westfalen über die alten Hellwege hinter mir bringe, führen mich dann verschiedene Jakobswege weiter durch Hessen, Richtung Würzburg (Unterfranken) nach Bayern. Von hier aus geht es Richtung Ulm weiter, wenn alles gut geht, werde ich in 5 Wochen den Bodensee erreichen. Von Konstanz aus werde ich über den historischen „Schwabenweg“ die Schweiz durchqueren.
Dieser alte Jakobsweg führt seit Jahrhunderten Pilger nach Genf und weiter nach Frankreich. Er gilt als einer der schönsten Pilgerwege in Europa, mit der fantastischen und atemberaubenden Alpenüberquerung erreicht man dann die alte Frankenstraße, die Via Francigena, sie führt von Canterbury in England quer durch Europa nach Rom.

Der Streckenverlauf der Via Francigena
Die Via Francigena führt über Lausanne in südlicher Richtung über den Großen Sankt Bernhard-Pass (2.469 m), genannt nach dem Heiligen Bernhard von Aosta, Schutzpatron der Alpenbewohner und Bergsteiger. Nach ihm werden auch die bekannten Rettungshunde, die Bernhardiner benannt. Mönche züchteten die schweizerische Hunderasse für die Bergung von Lawinenopfer. Hier in den Hochalpen, umgeben von den höchsten Bergen Europas, erreicht man schließlich die italienische Region „Valle d'Aosta“, das Aosta-Tal.
In der schönen Ortschaft Aosta findet man Spuren römischer Zivilisation, der alte Pilgerweg führt weiter hinunter durch die bezaubernden Täler nach Verrès und weiter hinunter nach Ivrea und Vercelli (Region Piemont) in der Poebene. Über Pavia erreicht man die Region Lombardei und mit den Städten Piacenza, Fiorenzuola d’Arda, Fidenza und Parma die Region Emilia-Romagna. Es ist ein weiter Weg bis nach Rom, man erreicht die Ligurischen Alpen, den Gebirgszug des Apennin. Über den Passo della Cisa (1041m) nutzt man die alte Römerstraße Via Aurelia nach Lucca, die historische Stadt liegt in der Region Toskana. Der alteuropäische Fernweg führt weiter durch die hügelige Landschaft der Toskana Richtung San Miniato, Gambassi Terme, San Gimignano, Poggibonsi, Monteriggioni und weiter nach Siena, das Zentrum der Toskana. Auch die nächste toskanische Ortschaft Abbadia San Salvatore muss durchquert werden, bis man das alte Städtchen Acquapendente erreicht, es liegt in der italienischen Region Latium. Über Bolsena am gleichnamigen See (vulkanischer Kratersee) geht es weiter über Montefiascone, Viterbo, Vetralla, Capranica, Ronciglione, Sutri bis nach Nepi. Die Region Latium (ital.: Lazio) ist geprägt durch ihre vulkanischen Berge, wie der Monti Cimini. Die alte Via Cassia (Römerstraße) verbindet Rom mit der Toskana. Nach Rom sind es von hier nur noch zwei Tagesetappen.
Ein kleiner Aufruf
Ich darf gespannt sein, über einen sehr alten Pilgerweg, dessen Wegverlauf schon der Erzbischof von Canterbury (990 bis 994), Sigerich der Ernste, gepilgert ist. Wie heißt es doch so schön, alle Wege führen nach Rom. An dieser Stelle würde ich mich über Tipps und Anregungen von Rompilgern freuen. Bitte schreiben Sie mir doch eine E-Mail, welche Erfahrungen Sie gemacht haben und welches Kartenmaterial ich mir unbedingt zulegen sollte.
Auch würde ich gerne meine Pilgerreise „Im Zeichen der Muschel nach Rom“ unter einen guten Stern stellen. Ich suche eine Organisation, die sich ehrenvoll für Kinder und bedürftige Menschen einsetzt. Zwar bin ich nicht so bekannt wie Hape Kerkeling, der genau wie ich nach Santiago de Compostela gepilgert ist. Dennoch möchte ich gerne mit meiner Pilgerreise nach Rom etwas für den guten Zweck tun. So würde ich mich nach meiner langen Pilgerreise zur Verfügung stellen und könnte unter dem Motto „Pilger zum anfassen“, die Pilgerung nach Rom in einem Bildvortrag/Diashow dokumentieren. Telefonisch bin ich unter der folgenden Rufnummer (02323-27224) zu erreichen.
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Weitere Informationen
Bernd Koldewey
Lackmanns Hof 68
44629 Herne
Tel.: 02323-27224 (Festnetz)
oder 01578-6514620 (mobil)
E-Mail: info@via-jakobsweg.de
Webseite: www.via-jakobsweg.de