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Mein Jakobsweg

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Von Herne machte ich mich auf und ging am 21. März 2007 los, mein Ziel ist Santiago de Compostela.

 

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Nach über 3 Monaten zu Fuß quer durch Frankreich habe ich die letzte große französische Pilgerstation, Saint-Jean-Pied-de-Port, erreicht.

 

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Seitdem ich in Spanien auf dem Camino Francés bin, begegne ich immer mehr Pilgern und Pilgerinnen.

 

 

Via de la Plata (5)

Von Puebla de Sanabria bis nach Santiago de Compostela

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Puebla de Sanabria befindet sich im Nordwesten der Provinz Zamora, mitten in der gleichnamigen Region und unmittelbar an der Grenze zu Portugal und Galicien. Unsere Pilgerreise führt uns weiter auf dem mozarabischen Jakobsweg durch die grüne Berglandschaft Sanabriens. Hinter Lubián geht es dann über die Grenze nach Galicien.

 

Die kleine Stadt Puebla de Sanabria (920m) hat eine große geschichtliche Vergangenheit hinter sich. Sie liegt oberhalb der Flüsse Tera und Castro auf einem Hügel und mit seiner wehrhaften Burg war der Ort ein strategisch wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Mit der Nähe zu Galicien (Ourense) und Portugal sowie dem westlich gelegenen Benavente lag dieser Landstrich, eine Art  Niemandsland, im Interessengebiet der Könige von León-Kastilien. In der Zeit der Rückeroberung (Reconquista) bauten die Könige von León das Reich weiter nach Westen und Süden aus, sie errichteten Burgen und ließen es mit freien Siedlern und Bauern neu besiedeln.

 

         

       Blick vom Castel, Puebla de Sanabria            Pfarrkirche Nuestra Señora de Azogue

 

Die Hauptstadt der gleichnamigen Region Sanabria befindet sich im Westen der autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Beeindruckend thront auf dem Hügel und den Fundamenten einer alten Festung das Schloss der Grafen von Benavente aus dem 15. Jahrhundert. Diese gut erhaltene Burganlage vermittelt mit der historischen Altstadt das Flair des Mittelalters. Von hier oben genießt man den wunderbaren Blick über das Tal und die Landschaft Sanabriens.

 

         

        Castillo de los Condes de Benavente                    Der Ehrenturm “El Macho”

 

Wir schlenderten durch die engen Gassen und genossen die mittelalterliche Atmosphäre. Ganz in der Nähe besuchten wir die Plaza Mayor, hier befinden sich das Rathaus (16. Jh.) und die Ende des 12. Jahrhundert im romanisch-gotischen Stil erbaute Pfarrkirche Nuestra Señora de Azogue. Bekannt ist der Ort auch für seinen jährlich im August stattfindenden mittelalterlichen Markt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der etwa 15 Kilometer entfernte, im gleichnamigen Naturpark liegende malerische Bergsee „Lago de Sanabria“, er ist der einzige spanische Gletschersee aus der Eiszeit. Der spanische Philosoph und Schriftsteller Miguel de Unamuno bezeichnet den natürlichen See mit seiner faszinierender Bergwelt als „Spiegel der Einsamkeit“. Hier liegt auch das Kloster von San Martín de Castañeda.

 

              

                      Bar in Requejo                                               Dorf Padornelo

 

Leider ist der Bergsee für uns zu weit entfernt und wir verlassen die mittelalterliche Stadt und gehen hinunter zum Fluss Rio Castro. Nachdem wir den Fluss überquert haben, folgen wir seinen Verlauf und gehen weiter zum Weiler Terroso mit seiner schönen Jakobuskirche. Etwas später erreichten wir die kleine Ortschaft Requejo (990m), die letzte Station vor der Passüberquerung. Ein schönes Dorf mit alten Steinhäusern und kleinen Gassen. Hier konnten wir noch etwas Proviant einkaufen und bei der Gelegenheit auch noch ein WM-Fußballspiel anschauen. 

 

         

                       Hinter Aciberos                                             Padornelo-Pass

 

Anschließend führte uns der Jakobsweg weiter bergauf durch eine grüne Schlucht mit dicht bewachsenen Naturpfaden oberhalb eines Bachlaufs. Die Autobahn und die Nationalstraße waren manchmal in Sichtweite, wir quälten uns immer höher hinauf bis zum Padornelo-Pass auf 1345 Meter Höhe. Es war schon eine anstrengende Etappe, die uns ein wenig Mühe bereitete. Als wir das kleine Dörfchen Padornelo (1305m) erreicht hatten, schlugen wir am Feldrand das Zelt auf und übernachteten dort.

 

Der nächste Tag sollte nicht weniger anstrengend sein, es geht weiter über eine schöne Berglandschaft zum A Canda-Pass, die letzte große Hürde nach Galicien. Diesmal nutzten wir den Weg über die alte Nationalstraße. Der Weg verlief recht anstrengend, über mehrere Kilometer ging es auf der wenig befahrenen Landstraße weiter Richtung Hedroso. Die Sonne stand senkrecht über uns und die serpentinenreiche Strecke forderte uns heraus. Doch als wir das Tal des Rio Pedro erreicht hatten, wurden wir dafür belohnt. Hier am Fluss fanden wir ein schattiges Plätzchen zum Ausruhen und abkühlen konnten wir uns auch. Ein wilder Gebirgsfluss, der sich durch das saftige grüne Tal schlängelte, kristallklar spiegelte sich das Wasser im natürlichen Kiesbett des Flusses.

 

         

                       Idylle am Fluss                                                Rio Pedro

 

Nach dem angenehmen Aufenthalt am Fluss ging es kurz hinauf nach Hedroso, wir durchquerten den Ort und erreichten nach einigen Kilometern bergab die Ortschaft Lubián (1025m). Das kleine Bergdorf, dessen Häuser aus Granitgestein und Schieferdächern bestehen, befindet sich in einem idyllischen Tal. Umgeben ist die Ortschaft von kahlen Gebirgsausläufern, auf deren Kammlagen sich ein riesiger Windpark befindet.

 

Nach einer kleinen Rast und Stärkung in einer Bar begannen wir mit dem langen Aufstieg zum A Canda-Pass. Immer wieder grandiose Aussicht über das breite Tal und die Betonpisten der Autobahn (A-52) und der neuen Nationalstraße. Langsam zogen sich so manche schweren LKWs den Pass hinauf und verschwanden durch den Tunnel. Über die alte Passstraße (Alte Nationalstraße) erreichten wir am späten Nachmittag die Passhöhe (1281m) und standen etwas oberhalb des Tunnels und blickten zurück in Richtung Lubián. Kurz danach erreichten wir die Grenze zu Galicien, ein Grenzstein und Brunnen zeigt uns an, dass wir uns jetzt in der Provinz Ourense befinden.

 

         

                             Lubián                                                   A Canda-Pass

 

Galicien ist eine große Bergregion, deren mildes und feuchtes mediterranes Klima durch die Nähe des Atlantiks bestimmt wird. Im Norden und Westen des Landes befindet sich die Küstenregion Galiciens, sie ist über 1500 km lang und beeindruckt unter anderem durch seine bizarren fjordähnlichen Steilküsten. Im Osten grenzt das Land an Asturien und Kastilien-León, im Süden an Portugal. Die Landwirtschaft und Fischerei hat in Galicien eine große Bedeutung und trägt zum größten Anteil des wirtschaftlichen Wachstums bei. Auch die großen Waldflächen sind charakteristisch für Galicien; Nadelgehölze, Wallnuss- und Eukalyptusbäume vermitteln in der Region den Eindruck an einer immer grünen Vegetation.

 

So ändert sich auch schlagartig das Landschaftsbild, die hohen Pässe der Region Kastilien-León lagen nun hinter uns. Vor uns die grüne Bergregion Galiciens mit ihrer üppigen Vegetation. Das erste galicische Dörfchen A Canda wurde durchquert, Vieh- und Landwirtschaft prägen von nun an das Land. Es ist eine zum Teil arme Region, denn so manche Kleinbauern besitzen keinen Traktor; mit Ochsen, Pferden und Esel vor dem Pflug, bestellen sie ihre Landparzellen.

 

Kelten, Römer, Sueben und Westgoten prägten einst das Land. Die heidnischen Bräuche in Galicien existierten noch bis ins 8. Jahrhundert hinein und ihre mystische Vergangenheit bis zur Gegenwart. Wenn man Glück hat, hört man in den kleinen Dörfern galicische Musik, den Klang der Gaita gallega, traditionelle Dudelsackmusik. Durch den keltischen Einfluss bekommt man manches Mal den Eindruck, als sei man in Irland statt in Südeuropa.

 

         

                     Grenze zu Galicien                                Brunnen (Provinz Ourense)

 

In der Zeit der Christianisierung entstand in weiten Teilen des Landes ein mittelalterliches Mönchtum. Die ersten Mönche und Einsiedler siedelten sich bereits Anfang des 6. Jahrhunderts in Galicien an und bauten hier ihre Klöster. Die Priscillianer verbreiteten ihre kirchlichen Lehren dem germanischen Volksstamm der Sueben.  

 

Es folgte der Mönch Martin von Braga (Portugal), er gilt als Apostel der Sueben, die ihrem arianischen Glauben abschworen und zum Christentum konvertierten. Er gründete mehrere Klöster, darunter das in Dumio in der Nähe von Braga und das Kloster San Xulián y Basilisa de Samos in der Provinz Lugo. 562 wurde er zum Bischof von Braga ernannt. Sein Nachfolger war Fructuosus von Braga, Erzbischof von Galicien, dessen Reliquien befinden sich in der Kathedrale von Santiago de Compostela. Das Kloster San Pedro de Rocas (573) mit seiner einzigartigen Felsenkirche befindet sich in der Gemeinde Esgos, es ist das älteste Kloster in Galicien. Es befindet sich in der Ribeira Sacra, an den heiligen Ufern des Rio Miño und des Rio Sil. Eine fantastische Bergregion mit Schluchten (Sil-Canyons) und Tälern, die nur ein paar Kilometer nordwestlich von der Provinzhauptstadt Ourense entfernt liegt. Hier siedelten sich zwischen dem 6. und 12. Jahrhundert insgesamt 18 Klöster an.

 

         

               Galicischer Bauer am Pflug                             Blick in Richtung Portugal

 

In den Zeiten des Mittelalters entstanden Legenden und Mythen und mit dem Christentum ein gefestigter Glaube, eine Hoffnung auf eine bessere Welt. Wallfahrtsstätten zu heiligen Orten entstanden in ganz Europa und die Gläubigen pilgerten zu den Heiligen Reliquien ihrer Schutzheiligen. Die Menschen suchten nach geistlicher und spiritueller Nähe, um ihre religiösen Grundbedürfnisse zu bestätigen. Kriege, Hunger und Krankheiten zehrten an den Seelen der Menschen.     

 

         

 

So auch in Galicien, hier entstand die Legende um das Jakobusgrab. Angefangen hatte alles mit der Erscheinung eines Himmelskörpers. Der Eremit Pelayo sah am nächtlichen Himmel einen hell aufleuchtenden Stern und deutete es als göttliche Botschaft. Auch Schäfer, die über ihre Herde wachten, sahen über einem Weidehügel in der Nähe von Finisterre ein Licht. Der Bischof Teodomir von Iria Flavia wurde von der außergewöhnlichen Erscheinung unterrichtet und ging der Sache nach. Man entdeckte auf einem Feld, dem Sternenfeld (Campus Stellae), eine hölzerne Truhe mit den Gebeinen des Apostels Jakobus, auch einige Muscheln sollen sich zwischen den Reliquien befunden haben. Es war die Geburtsstunde von Santiago de Compostela. König Alfons II. (792-842) von Asturien und Galicien, genannt der Keusche, ließ an der Stelle des Fundortes im Jahre 829 eine Kirche errichten und Mönche ansiedeln, und so nahm die Legende ihren weiteren Verlauf, der Jakobsweg (Sternenweg) wurde geboren.

 

 

Sonnenuntergang am Stausee (Embalse Das Portas)

 

Für viele Jakobspilger, wie auch für uns, die sich auf Jakobsspuren begeben, ist die historische Geschichte des Weges zum Grab des Apostels Jakobus von natürlichem Interesse. Es ist nicht einfach alles festzuhalten, was man sieht, geschweige denn in Worte zu fassen. Die Realität des Jakobsweges ist: Man schweigt und denkt. Erst in der Nachbetrachtung öffnen sich auf gewisse Weise Erkenntnisse, man sucht weiter nach Antworten. Es ist ein unerschöpflicher Prozess, den jeder Pilger mit sich selbst ausmachen muss. 

 

         

 

Nachdem wir A Gudiña (970m) erreicht hatten und über die Berge den aufgestauten Rio Camba (Embalse Das Portas) sahen, war es wieder so weit. Die Natur zeigte uns mit ihrer atemberaubenden Schönheit, wie klein wir doch sind, dennoch sind wir ein Teil dessen, was wir sehen und schaffen. Oberhalb des aufgestauten Sees bauten wir unser Zelt auf und genossen den herrlichen Sonnenuntergang über dem Stausee. Am nächsten Morgen war die Landschaft eingehüllt in feuchten Dunst, erst die Sonne befreite uns von dem mystischen Schleier der galicischen Bergwelt. Wir wanderten weiter über die kleinen Bergstraßen und über steinige und felsige Pfade, nach einer Weile ging es steil hinunter zum Dörfchen Campobecerros (895m) Hier war uns der hl. Jakobus wieder hold und bot uns in einer wirklich guten Herberge eine angemessene Unterkunft an. Das kleine Dorf hatte auch eine Jakobuskirche und die einheimischen Bewohner waren hier sehr freundlich. 

 

                   

Jakobuskirche in Campobecerros mit Jakobusskulptur

 

Traumhafte Pilgerpfade führten uns weiter durch die unberührte Natur Galiciens. Über die Höhen passierten wir dabei kleine Weiler und Dörfer, die Zeit schien hier stehen zu bleiben. Auch die Gebirgskette der Sierra Seca begleitet uns eine ganze Weile. Kleine Pässe mussten überwunden werden, dann ging es wieder bergab und wir erreichten im Tal das malerische Dörfchen Laza (480m). Ab Laza ging es weiter, ein langer steiler Aufstieg über den Monte da Travesa Richtung Vilar de Barrio, oben erreichten wir schließlich das viel gepriesene Dörfchen Alberguería (900m). Ein echtes „Pilger-Highlight“, die Bar „Rincón de Peregrinos“ von Luis Sandes, hier ließen wir uns mit einer Jakobsmuschel verewigen. Die Bar ist dekoriert mit hunderten von Jakobsmuschel, die an den Decken und Wänden fein nach Jahrgang geordnet hängen. Alberguería ist ein typisches galicisches Dorf mit kleinen Holzbalkonen und verwinkelten Gassen.   

 

         

Die Bar „Rincón de Peregrinos“ (Alberguería)

 

Über die Höhenwege ging es stetig bergab und wir erreichten die Ortschaft Vila de Barrio (660m). Weitere kleine Dörfer lagen am Weg, in Bóveda sahen wir die ersten galicischen Getreidespeicher (Hórreos), die Menschen leben von der Landwirtschaft, vorwiegend vom Kartoffelanbau. Nachdem wir Xunqueira de Ambía (560m) erreicht hatten, besuchten wir das Kloster Santa María la Real aus dem 9. Jahrhundert mit einer wunderschönen Stiftskirche. Nachdem wir die kleine Gemeinde Seixalbo mit der Iglesia San Breixo erreicht hatten, ging es hinunter nach Ourense (180m).

 

         

                Dorf mit Getreidespeicher                                       Hórreos

 

Ourense, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, liegt nur noch knapp über 100 Kilometer von Santiago de Compostela entfernt. Eine wunderschöne Stadt mit mittelalterlichem Flair und einer bezaubernden Kathedrale, die dem Heiligen Martin von Tours geweiht ist, sie liegt an den Ufern des Rio Miño. Viele Bauwerke in romanischen Stil erinnern an die Zeiten der Römer, sie bevorzugten die Region wegen ihren heißen Quellen, über den Fluss Miño bauten sie eine Brücke. Die Altstadt mit ihren Gassen und Plätzen lädt uns eine Weile zum Verweilen ein.

 

         

                             Ourense                                          Kathedrale von Ourense

 

Wir verlassen die letzte große Stadt vor Santiago über den Rio Miño, kurz vor einem langen Aufstieg übernachteten wir in Quintela de Canedo. Der nächste Tag führte uns über einen atemberaubenden Aufstieg auf die Höhen, über Liñares und den Rio Barbantiño ging es nach Mandrás und weiter zum Etappenziel nach Cea (515m). Eine traumhafte Tour durch die dichten Wälder Galiciens. In der Ortschaft Cea, bekannt für ihr Brot (Pan de Cea), übernachteten wir dieses Mal wieder in einer Herberge, die einen schönen Getreidespeicher präsentiert. Auch die nächste Etappe führte wieder über die Höhen nach Castro Dozón (750m) in einer Pilgerherberge. Hier trafen wir auch einige Pilgerfreunde wieder, zwei Deutsche Gebhard und Günther, die von Portugal unterwegs waren und Paul aus Frankreich, der in Puebla de Sanabria gestartet ist.

 

         

      Römerbrücke, Rio Barbantiño, Mandrás                      Pilgerherberge in Cea

 

Von Castro Dozón nutzten wir teilweise die Landstraße und nahmen eine Variante über Lalin. Hier ging es weiter über den Rio Deza Richtung Silleda, kurz vor der Ortschaft besuchten wir die romanische Kirche von Santiago de Taboada auf, sie stammt aus dem 12. Jahrhundert. Im Inneren der kleinen Kirche befindet sich ein wunderschönes Altarrelief, es zeigt den hl. Jakobus als Matamoros (Maurentöter). Auch Außen vor der Kirche steht eine schöne Jakobusskulptur.

 

         

              Kirche Santiago de Taboada                             Altarrelief (Maurentöter)

 

Über Silleda und Bandeira ging es am nächsten Tag weiter und wir erreichten Ponte Ulla (60m). Es war eine abwechslungsreiche Etappe, teilweise ging es über die Landstraßen, Felder und durch Eukalyptuswälder. Das schöne Tal war die Belohnung, noch von der Höhe aus sahen wir weit ins Tal hinunter und auf den heiligen Berg der Kelten, den Pico Sacro. Der sagenumwobene galicische Berg verbirgt viele Geheimnise und Legenden, eine wahre Kultstätte. Doch wir leben im 21. Jahrhundert und da wird halt gebaut, was das Zeug hält, besonders in Spanien und in und um Santiago. Wieder eine neue Schnellstraße (Ourense-Santiago) und mit der neuen Autobahnbrücke, die über das Tal des Rio Ulla führt, sieht man leider auch die Gegensätze, hier wird eine ganze Bergkuppel abgetragen.  

 

             

                  Brückenbau, Ponte Ulla                                          Rio Ulla

 

Nach einem steilen Abstieg ins Tal erreichten wir die Römerbrücke, die uns über den Rio Ulla führt. Hier fanden wir auch eine tolle Herberge. Das schöne Dorf Ponte Ulla befindet sich in der Provinz A Coruña und nur noch eine Tagesetappe von Santiago de Compostela entfernt. Zwei ganze Tage blieben wir hier und ließen uns vom schönen Fleckchen am idyllischen Fluss inspirieren. Die Strapazen der letzten Tage machte es notwendig.  

 

         

                   Kapelle (Ponte Ulla)                                             Marienfigur

 

Gestärkt machten wir uns auf zur letzten Etappe,  Ponte Ulla verließen wir bergauf über einen steilen Pfad, der uns an einer alten Hausfront vorbei führte, hier fanden wir ein Relief des hl. Nikolaus von Bari vor. Auch die letzte Etappe führte uns zum größten Teil durch Eukalyptuswälder. Über Outeiro mit seiner Jakobskapelle und Brunnen aus dem 17. Jahrhundert ging es meistens durch dichte Wälder und kleine Dörfer und Weiler bis nach Santiago. Dem heiligen Berg Pico Sacro kamen wir dabei immer näher; als wir den letzten Hügel überquert hatten sahen wir schon von weitem die Kathedrale, nur noch wenige Schritte und wir sind am Ziel unserer langen Pilgerreise.

 

      

                            Wallfahrtsort Santiago de Compostela mit Kathedrale

 

Über die alten Pflastersteine des Camino Real ging es hinunter nach Santiago, gemächlich gingen wir hinauf in die Altstadt, wir genossen die letzten Meter, Schritt für Schritt. Es ist schon ein tolles Gefühl mit einem Freund die große Wallfahrtsstätte zu erreichen. Jakobus sei Dank, haben wir die lange Reise unbeschadet, ohne auch nur einen Kratzer abzubekommen, heil überstanden. Nun stehen wir vor der Kathedrale von Santiago de Compostela und nehmen uns schweigend in die Arme.

 

Auf dass der Weg niemals endet - Buen Camino!!!   

 

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Herne, 10. September 2010

 

Via de la Plata

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