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Spurensuche im Drachenfelser Ländchen:
Barocke Jakobsfigur in Werthhoven

 

Von Bernd Koldewey (Text/Fotos)

 

Unsere zweite Erkundungsreise für das Jahr 2009 begann am Bahnhof Rolandseck, mit dem Ziel, die Jakobuskapelle in Werthhoven zu besichtigen. Hier soll eine der schönsten barocken Figuren des Schutzheiligen stehen.

 

 

        

               Bahnhof Rolandseck                            Spurensucher bei der Arbeit

 

Nachdem wir vorab einen Termin für die Besichtigung vereinbart hatten, machten wir uns auf den Weg. Doch erst gönnten wir uns in der edlen Gastronomie des spätklassizistischen Bahnhofs einen Kaffee. Es ist kein gewöhnlicher Bahnhof, wo nur die Züge ankommen und abfahren, nein, es ist ein ganz besonderer. Hier im Restaurant und Bistro Interieur No. 253 kann man unter funkelnden riesigen Kronleuchtern seinen Kaffee genießen. Der Bahnhof Rolandseck ist nicht nur Bahnhof. Er ist mit dem Arp-Museum zu einem Gesamtkomplex verbunden. In der unteren Etage führt ein Gang in das Museum. Künstler aus der ganzen Welt präsentieren hier ihre Werke.

 

     

  spätklassizistischer Stil         prunkvoller Kronleuchter     allgegenwärtige Kunst

 

Vor dem Gebäude des Künstlerbahnhofs steht eine Bronzeplastik „Bewegtes Tanzgeschmeide“ (1960/70) des deutsch-französischen Künstlers Hans Arp (1886-1966), der zugleich Namensgeber des Museums ist. 

 

                                        

     Arp-Skulptur "Spiegelblatt"                                  Arp-Skulptur "Ruhendes Blatt"

 

Nach der kurzen Stippvisite ging es auf dem linken Fußgängerweg neben der Bonner/Mainzer Straße Richtung Rolandswerth. Der Zufall beschert uns die Besichtigung eines Harfenvertriebs (Lyon & Healy Europe), bevor es endgültig ins Drachenfelser Ländchen geht. Links geht es jetzt auf steilen Pfaden bergauf zur Burgruine „Rolandseck“, vorbei am Freiligrath-Denkmal (Hermann Ferdinand Freiligrath deutscher Lyriker und Dichter) und weiter zum Aufstieg „Rolandsbogen“, einer weltbekannten romantischen Rheinkulisse aus den Resten eines Burgfensters. Der Blick reichte weit über die Rheinebene hinaus, bis zur Burg Drachenfels und zum Siebengebirge.

 

                                         

        Mythologie der Harfen                                                      Konzertharfen

 

Unter einigen kleinen Steinbrücken ging es noch etwas weiter bergauf und wir erreichten den Höhenweg nach Nieder- und Oberbachem. Der gut markierte Wanderweg führte uns an Feldern und die den Wegesrand säumenden Obstbäume vorbei. Über die Rolandstraße ging es hinunter in die Ortschaft Niederbachem. Vorbei am uralten Steinbruch mit Spuren seiner vulkanischen Entstehung, wieder bergauf nach Oberbachem mit seiner schönen Kirche. Der kleine Ort gehört auch zur Gemeinde Wachtberg im Drachenfelser Ländchen. 

 

              

                    Der Rolandsbogen                                   Rheinromantik pur...

 

Drachenfelser Ländchen

 

Das Drachenfelser Ländchen liegt linksrheinisch in der Gemeinde Wachtberg, südlich von Bonn im südöstlichen Teil des Naturparks Rheinland. Die hügelige Landschaft der Region besteht aus vielen kleinen Bergkuppeln- und Kegeln, sie sind Reste einer vulkanischen Vergangenheit.

 

               

                  idyllische Brücke                                     romantische Brücke

 

Vor Millionen von Jahren waren diese Vulkane weit verbreitetet und lange Zeit aktiv. Magma strömte bis zur Erdoberfläche und Trachyttuffe wurden aus der Erde heraus geschleudert. Baugestein, das schon die alten Römer nutzten. Später wurde das Gesteinsmaterial Trachyt für den Bau von mittelalterlichen Burgen und Kirchen verwendet. So wurde auch der Kölner Dom und das Bonner Münster zum größten Teil mit dem begehrten Gestein erbaut. Bei Niederbachem kann man noch einen der Steinbrüche sehen, heute ein Biotop und mit seiner hohen Artenvielfalt geschützt.

 

        

            Panorama Siebengebirge                             Kloster Nonnenwerth

 

Zwischen dem rechtsrheinischen Siebengebirge und dem Drachenfelser Ländchen grub sich einst der Rhein sein breites Flussbett, es entstanden die uralten Rheintrassen, an deren Hängen heute die besten Weine wachsen.

 

         

       Höhenweg - Bick auf das Radom               Züllighoven und Siebengebirge

 

Durch die romantische hügelige Landschaft geht es weiter nach Züllighoven. Wir befinden uns auf einer Hochebene, rechts und links immer wieder Obstplantagen. Dann in der Ferne, kaum zu übersehen, eine riesige silberne „Kugel“, es ist ein Radioteleskop. Das weltweit größte Radom, es liegt zwischen Werthhoven und Berkum und gehört zur „Forschungsgesellschaft für Angewandte Naturwissenschaften“.

 

Jakobuskapelle in Werthhoven

 

Nach kurzer Zeit erreichten wir das kleine Örtchen Werthhoven mit seiner kleinen St. Jakobs-Kapelle aus dem (8./9. Jahrhundert. Sie gilt als der älteste Kirchenbau in Wachtberg und besitzt eine barocke Jakobsfigur. Die Jakobspilger, die hier haltmachen und die Kapelle besichtigen wollen, sollten sich vorher im Pfarramt, in Berkum, nach den Öffnungszeiten erkundigen. Wir hatten einen Termin vereinbart und nach kurzer Zeit kam Frau Wolf von der Pfarrgemeinde und öffnete uns die Pforte zur Kapelle.

 

         

          Jakobskapelle Werthhoven                          Ortsmitte Werthhoven

 

Sofort richteten wir unsere Blicke dem Altar zu und tatsächlich strahlte uns der Heilige Jakobus in barocker Pilgertracht an. Mit Hut und Pilgerstab sowie einem Buch in der Hand präsentiert er sich anmutig.  Sehenswert ist auch die Pietá, eine Mariendarstellung mit dem vom Kreuz abgenommenen Leichnam Jesu Christi. Die Pietà zählt zu den weit verbreiteten Vesperbildern in katholischen Kirchen.

 

  

     St. Jakobus-Kapelle                   Barocker Altar                         Jakobuskreuz

 

Auch von Außen ist die im hellem Weiß gehaltene Kapelle von Werthhoven ein Blickfang. Einen Kontrast bieten das Kirchenschiff und der Glockenturm, sie sind mit rheinländischem Schiefer bedeckt. Auf der Turmspitze thront das Kreuz der Bruderschaft von Santiago de Compostela, das Jakobuskreuz.

 

               

      Die Pietá von Pössem       barocke Jakobusfigur              Hl. Sebastian

 

Pössem, wie die Ortschaft auch genannt wird, hat eine reiche historische Vergangenheit. Aus einem karolingischen Hofgut, einem Geschenk des Königs Zwentibold, zum Dank für die erfahrene Gastfreundschaft, wurde aus „Werthers Hof“ das heutige Werthhoven. Der Jakobsweg durchquert die historische Ortschaft und geht an alten Fachwerkhäusern vorbei in Richtung Bad Neuenahr. 

 

Für uns ist der kleine Ausflug und die heutige Spurensuche im idyllischen Drachenfelser Ländchen beendet. Wir verabschieden uns dankbar von Frau Gertrud Wolf, die uns die Türen öffnete. Es hat sich wieder einmal gelohnt und wir freuen uns auf die nächste Exkursion. Eines noch zum Schluss, über Anregungen und Zuschriften, die den Hl. Jakobus oder den Jakobsweg betreffen, würden wir uns sehr freuen.     

 

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Mehr zum Thema:

 

Bericht: Zur Jakobuskapelle nach Wachtberg-Werthhoven

 

 

Mittwoch, 4. Februar 2009 

 

 

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